Proteste in Berlin und Mannheim : Klimaaktivisten besetzen Kraftwerke in Berlin und Mannheim

Am frühen Morgen drangen die Umweltaktivisten auf das Gelände ein und besetzten zwei Türme. Dabei entfalteten sie Transparente, auf denen sie den Ausstieg aus der Kohleförderung fordern.
Am frühen Morgen drangen die Umweltaktivisten auf das Gelände ein und besetzten zwei Türme. Dabei entfalteten sie Transparente, auf denen sie den Ausstieg aus der Kohleförderung fordern.

In Mannheim und Berlin haben Umweltschützer Kohlekraftwerke besetzt. Zum Teil mussten Förderbänder gestoppt werden.

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08. August 2020, 14:17 Uhr

Berin/Mannheim | Klimaaktivisten haben in Berlin und Mannheim zwei Kraftwerke besetzt, um für einen schnelleren Kohleausstieg zu demonstrieren. Rund 20 Personen verschafften sich am frühen Samstagmorgen in Berlin Zugang zum Heizkraftwerk Moabit, in Mannheim besetzten fünf Aktivisten Teile des Steinkohlekraftwerks, wie es von der jeweils zuständigen Polizei hieß.

"Wer uns räumt, ist für Kohle!"

In Berlin befanden sich auch mehrere Stunden später noch Aktivisten auf den Förderkränen und dem Aschesilo des Kraftwerks, wie ein Sprecher des Betreibers Vattenfall sagte. Die Besetzer entrollten Transparente mit Slogans wie "Wer uns räumt, ist für Kohle!". Laut Polizei blieb die Lage am Vormittag ruhig, etwa 40 Einsatzkräfte beobachteten den Protest. Der Vattenfall-Sprecher sagte, man habe kein Interesse an der Räumung des Geländes. Das Kraftwerk ist momentan nicht in Betrieb, weil dort Wartungsarbeiten stattfinden.

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Mit ihrer Aktion fordern die Aktivisten unter anderem "ein Ende des fossilen Kapitalismus", wie die Aktionsgruppe "Direkte Aktion Berlin" mitteilte. Im 1900 erbauten Heizkraftwerk Moabit wird Steinkohle und seit 2013 auch Biomasse verfeuert.

Spezialkräfte nehmen Protestierende in Mannheim fest

In Mannheim kletterten laut Polizei drei Frauen und zwei Männer mehrere Meter auf das Dach einer Kohleförderanlage. Spezialkräfte nahmen sie nach etwa fünf Stunden fest. Das Förderband des Kraftwerksblocks wurde in dieser Zeit gestoppt. Die Klimaschützer wollten nach eigenen Angaben auf die "desaströsen Folgen" der Steinkohle-Verstromung aufmerksam machen. Das Kraftwerk trage dazu bei, die Lebens- und Einkommensgrundlage von Menschen in Kolumbien und Russland zu gefährden, teilten die Aktivisten im Internet mit.

Bereits zuvor hatten Aktivisten den Betrieb des Meilers immer wieder kritisiert und das Großkraftwerk als "Klimakiller" bezeichnet. Vor einem Jahr waren etwa 100 Menschen in das Areal des Kraftwerks eingedrungen.

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