Verschärfte Regeln gegen Fakes : Trump teilt Biden-Video – Twitter kennzeichnet es als "manipuliert"

Donald Trump twitterte ein manipuliertes Video.
Donald Trump twitterte ein manipuliertes Video.

Twitter will im US-Wahlkampf stärker gegen verfälschte Inhalte vorgehen. Das bekommt nun auch der US-Präsident mit.

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09. März 2020, 10:20 Uhr

Washington | Erstmals seit der Einführung neuer Regeln zu verfälschten Inhalten hat der Kurzbotschaftendienst Twitter einen von US-Präsident Donald Trump geteilten Beitrag als "manipuliert" gekennzeichnet. Trump hatte über seinen Twitter-Kanal einen irreführenden Videoausschnitt von einer Wahlkampfveranstaltung des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden weiterverbreitet. Am Montag fügte Twitter dem Video die Bezeichnung "manipuliertes Medium" hinzu.

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Bei dem Video handelte es sich um einen Ausschnitt aus einer Wahlkampfrede Bidens im US-Bundesstaat Missouri. Biden hatte dort mit Blick auf die innerparteilichen Rivalitäten bei den US-Demokraten gesagt: "Wir können nur Donald Trump wiederwählen, wenn wir uns wirklich dieser Selbstzerstörung hier hingeben".

Social-Media-Manager Dan Scavino dementiert Fake-Vorwürfe

Der für die Kommunikation in den Online-Diensten zuständige Abteilungsleiter im Weißen Haus, Dan Scavino, veröffentlichte später bei Twitter einen Video-Ausschnitt, in dem Biden lediglich zu sagen schien: "Wir können nur Donald Trump wiederwählen." Trump teilte Scavinos Beitrag. Bis Montag sahen fast sechs Millionen Menschen das Video.

Ruft man den Tweet nun auf, fehlt der Hinweis. Er wird offenbar nur angezeigt, wenn der Tweet in der Timeline auftaucht. Twitter arbeite daran, diesen Fehler zu beheben, berichtet die "Washington Post".

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Scavino reagierte mit einem Dementi auf die Twitter-Kennzeichnung. Das Video sei nicht manipuliert, schrieb er und retweetete Posts, die darauf hinweisen, das Video sei lediglich gekürzt, nicht verändert worden. Twitter setze damit einen "gefährlichen Präzedenzfall", weil dann alle gekürzten Videos auf Twitter "manipuliert" seien. Diese Argumentation lässt den Inhalt der Bearbeitung außen vor, halten andere Kommentatoren dagegen: Indem das Video an der Stelle – mitten im Satz – geschnitten wurde, wurde die Aussage von Joe Biden verfälscht.

Was Biden eigentlich sagte

Der im Video gezeigte Ausschnitt von Bidens Rede endet mit Biden, der appelliert, die "negativen Attacken" bei den Vorwahlen seien schädlich. Dann verspricht er sich und sagt: "Wir können die Wiederwahl nicht gewinnen, Entschuldigung, wir können Trump nur wiederwählen" – Schnitt – "Wir können nur Donald Trump wählen" – fügte Biden an: "Wenn wir uns an dem Kreuzfeuer beteiligen." (die Stelle im Video ab 14:02min)

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Schärfere Regeln gegen Deepfakes

Twitter geht seit vergangener Woche stärker gegen sogenannte Deepfakes und andere manipulierte Inhalte vor. Die neuen Vorgaben sehen die Entfernung oder Kennzeichnung von problematischen Videos während des US-Präsidentschaftswahlkampfs vor. Die Entscheidung, ob ein Beitrag lediglich gekennzeichnet oder gelöscht wird, hängt nach Angaben des Unternehmens von der Wahrscheinlichkeit und der Schwere des möglichen Schadens durch die Verbreitung ab.

Weiterlesen: Mit "DeepNude" Frauen virtuell ausziehen: App nach Empörung offline

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