Möglicher Angriff auf Kurden : Türkei bringt Waffen und Panzer an die syrische Grenze

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar (M.) bei einem Truppenbesuch an der Grenze zu Syrien.
Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar (M.) bei einem Truppenbesuch an der Grenze zu Syrien.

Die Türkei verstärkt mit der Verlegung militärischer Mittel an die syrische Grenze die Drohgebärde gegenüber den Kurden.

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01. Januar 2019, 19:56 Uhr

Istanbul | Die Türkei schafft trotz der Verschiebung einer geplanten Offensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien weiter Kriegsgerät in Richtung Grenze. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, seien in der Neujahrsnacht Konvois mit schweren Waffen, gepanzerten Fahrzeugen, Panzern sowie Munition in den osttürkischen Grenzprovinzen Mardin und Sirnak angekommen. Die Ausrüstung sei für die Grenzbefestigung bestimmt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Offensive gegen kurdische Truppen vor rund drei Wochen angekündigt, sie allerdings verschoben, nachdem US-Präsident Donald Trump vor Weihnachten den Abzug der US-Truppen aus Syrien beschloss.

Weiterlesen: Nach Hilferuf an Assad: Syrische Armee übernimmt Kurdengebiete

Angriff auf Kurden könnte Kampf gegen den IS schwächen

Der US-Abzug ändert potenziell die Kräfteverhältnisse in der Region. Die Türkei will gegen die kurdische YPG-Miliz vorgehen, die sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation ansieht. Die YPG, die an der Grenze zur Türkei Gebiete beherrscht, ist aber gleichzeitig eine wichtige, von den USA unterstützte Kraft im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Experten befürchten unter anderem, dass ein türkischer Angriff auf die Kurden den Kampf gegen den IS schwächen könnte.

Präsident Trump hatte jüngst auch getwittert, dass Erdogan ihm in einem Telefonat versichert habe, die Türkei könne die Überbleibsel des IS in Syrien "auslöschen". Solche Offensiven außerhalb des Grenzgebiets könnten die Türkei, die die syrische Opposition unterstützt, allerdings in Konflikt bringen mit der syrischen Regierung und deren Alliierten, Russland und Iran. Sie wären auch eine viel größere Belastung für das Militär und die arg gebeutelte Wirtschaft des Landes.

Türkei übernimmt neue Verantwortung

Während eines Grenzbesuchs am Dienstag sagte Verteidigungsminister Hulusi Akar, die Türkei habe nach dem Gespräch zwischen Trump und Erdogan neue Verantwortung im Kampf gegen den IS übernommen. Mit dieser Aufgabe werde man in Zusammenarbeit mit den USA in den kommenden Tagen beginnen.

Wie genau es mit dem Kampf gegen den IS sowie der türkischen Offensive weitergeht, ist in der kommenden Woche auch Thema bei einem Besuch von Trumps Sicherheitsberater John Bolton in der Türkei. Tweets von Boltons Sprecher zufolge sollen auch US-Generalstabschef Joseph Dunford und der Syrien-Gesandte James Jeffrey dabei sein.

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