Zum Monatsende : Zurück nach Hause: Trumps Sprecherin Sarah Sanders verlässt das Weiße Haus

Zum Monatsende verlässt Sarah Sanders das Weiße Haus.
Zum Monatsende verlässt Sarah Sanders das Weiße Haus.

Sanders fiel durch ihre nach außen fast bedingungslose Loyalität zu Trump auf.

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13. Juni 2019, 22:29 Uhr

Washington | Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders verlässt zum Monatsende das Weiße Haus. Das teilte der US-Präsident am Donnerstag auf Twitter mit. "Nach dreieinhalb Jahren wird unsere wunderbare Sarah Huckabee Sanders Ende des Monats das Weiße Haus verlassen und in den großartigen Staat Arkansas heimkehren", schrieb Trump. Sanders sagte vor Reportern, sie habe den Präsidenten erst am Donnerstag über ihre Entscheidung informiert, die eine der schwierigsten überhaupt gewesen sei.

Sanders (36) betonte, der Job als Sprecherin des Weißen Hauses sei eine "einmalige Gelegenheit" gewesen. "Sogar die schwierigen Tage sind besonders." Sie wolle nun aber mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren vier, fünf und sieben Jahre alten Kindern verbringen. "Es war die Ehre meines Lebens", sagte sie am Donnerstag. Auf Twitter schrieb Sanders, sie sei Trump ewig dankbar für die Aufgabe – und sie sei stolz auf alles, was Trump erreicht habe. "Ich liebe den Präsidenten und meinen Job." Ihre wichtigste Aufgabe sei aber, ihren Kindern eine Mutter zu sein.

Bedingungslose Loyalität zu Trump

Sanders, die Tochter des republikanischen Politikers und Präsidentschaftsbewerbers Mike Huckabee, war nach turbulenten Monaten auf Sean Spicer als Sprecherin des Weißen Hauses gefolgt. Sie gilt als umstritten. Die früher üblichen täglichen Briefings von Journalisten in der US-Hauptstadt fanden zuletzt kaum noch statt. Der von Trump verachtete US-Sender CNN schrieb: "Sarah Sanders primäres Vermächtnis als Pressesprecherin des Weißen Hauses wird der Tod des täglichen Pressebriefings sein." Sanders' letzte kurze Pressekonferenz im Briefing-Raum des Weißen Hauses war am 11. März.

Sanders fiel durch ihre nach außen fast bedingungslose Loyalität zu Trump auf. Sanders war schon im Wahlkampf für Trump unterwegs. Im Weißen Haus begann sie nicht vor dreieinhalb Jahren, wie Trump schreibt, sondern mit Beginn von Trumps Amtszeit im Januar 2017.

Im Juli 2017 war sie dann als Sprecherin des Weißen Hauses auf Spicer gefolgt, der das Handtuch geworfen hatte. Sanders war davor Spicers Vertreterin. Seit dem Amtsantritt Trumps hat es im Apparat der US-Regierung viele Rauswürfe, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. So hatte etwa im April Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen ihren Posten verlassen. Zum Jahresende waren außerdem Verteidigungsminister James Mattis und Trumps Stabschef John Kelly ausgeschieden. Im Bereich Kommunikation hatten auch unter anderem die Kommunikationschefs Hope Hicks und Anthony Scaramucci aufgegeben.

Im Abschlussbericht von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zur Russland-Affäre hieß es, Sanders habe bei Interviews mit Muellers Team eingeräumt, zwei Mal vor Journalisten die Unwahrheit gesagt zu haben. Sanders sagte dem Bericht zufolge, es habe sich in einem Fall um einen "Versprecher" und im anderen Fall um eine Aussage "in der Hitze des Gefechts" gehandelt. Angesichts dessen waren einzelne Rücktrittsforderungen gegen sie laut geworden.

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