Von Feministinnen kritisierter US-Präsident : Trump bezeichnet Weinstein-Urteil als "großartige Sache" für Frauen

US-Präsident Donald Trump reist gerade durch Indien.
US-Präsident Donald Trump reist gerade durch Indien.

Prominente Frauenrechtlerinnen feierten den Schuldspruch gegen den Ex-Hollywood-Produzenten. Auch Trump findet ihn gut.

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25. Februar 2020, 18:28 Uhr

Washington | US-Präsident Donald Trump, der selbst immer wieder von Frauenrechtsaktivistinnen kritisiert wird, hat die Verurteilung des früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein begrüßt.

Trump: "Ich war kein Fan von ihm"

Der Schuldspruch wegen Sexualverbrechen sei ein "großartiger Sieg" für Frauen und eine "sehr starke Botschaft", sagte Trump am Dienstag bei seinem Indien-Besuch in Neu Delhi.

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"Ich denke, vom Standpunkt von Frauen aus war es eine großartige Sache, ein großartiger Sieg." Er habe Weinstein nie "gemocht", sagte Trump in Neu Delhi. "Ich war einfach kein Fan von ihm. Ich kannte ihn ein bisschen, nicht sehr gut."

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Vielmehr seien die oppositionellen Demokraten Anhänger Weinsteins gewesen, sagte der Präsident. Die frühere First Lady Michelle Obama und die Trump 2016 unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hätten Weinstein "geliebt". Außerdem habe der einstige Hollywood-Mogul den Demokraten "enorme" Geldbeträge gegeben. Weinstein hatte in der Vergangenheit Geld für die Demokraten gespendet.

Trumps Verhältnis zu Frauen ist umstritten

Trump selbst ist in der Vergangenheit immer wieder für seinen Umgang mit Frauen angegriffen worden. Zahlreiche Frauen werfen dem Präsidenten frühere sexuelle Übergriffe vor. Die bekannte US-Kolumnistin E. Jean Carroll beschuldigt Trump, sie Mitte der 90er-Jahre vergewaltigt zu haben. Für Aufsehen sorgte eine im Präsidentschaftswahlkampf 2016 bekannt gewordene frühere Äußerung Trumps, als Prominenter könne er alles mit Frauen machen – auch ihnen in den Intimbereich greifen.

Internetnutzer machten am Dienstag nach Trumps Äußerungen zum Fall Weinstein auf die Vorwürfe gegen den Präsidenten aufmerksam. Sie hoben auch hervor, dass Trump auf eine erste Reporter-Frage zum Schuldspruch gegen den Ex-Produzenten zunächst betonte, dass er Weinstein nicht gemocht habe, und auf dessen frühere Nähe zu den Demokraten abzielte. Erst auf die Nachfrage eines weiteren Journalisten sprach Trump dann von einem Sieg für Frauen und einer wichtigen Botschaft.

Weinstein nun verurteilter Vergewaltiger

Ein Geschworenengericht in New York hatte Weinstein am Montag in zwei Fällen der Vergewaltigung und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Dem "Pulp Fiction"-Produzenten drohen damit zwischen fünf und 29 Jahren Haft. Das Strafmaß soll am 11. März verkündet werden, der Vorsitzende Richter ordnete bis dahin eine Unterbringung Weinsteins in Haft an. Am Montagabend wurde der 67-Jährige aber wegen Brustschmerzen in ein Krankenhaus nach Manhattan verlegt. Seine Anwälte haben Rechtsmittel gegen die Verurteilung angekündigt.


Die Anschuldigungen gegen den Produzenten, im Herbst 2017 von der "New York Times" und dem Magazin "New Yorker" veröffentlicht, waren der Anfang der #MeToo-Bewegung. Überall auf der Welt erkannten viele Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Geschichten in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wieder – sie begannen, diese Geschichten unter dem Schlagwort "Me too" ("Ich auch") zu sammeln.

Juristische Aufarbeitung der #MeToo-Fälle schwierig

So gilt der Schuldspruch gegen Weinstein als Meilenstein für die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen. Mehr als 80 Frauen, darunter viele bekannte Schauspieler, haben dem Gründer des Miramax-Filmstudios inzwischen sexuelles Fehlverhalten vorgelegt. Die juristische Aufarbeitung ist aber schwierig. Viele Fälle sind verjährt, häufig gingen die betroffenen Frauen nicht zur Polizei.

Die US-Schauspielerin Ashley Judd lobte nach dem Schuldspruch den Mut der Frauen, die gegen den einst mächtigen Hollywood-Produzenten ausgesagt hatten. Sie wolle den Frauen danken, die mit ihren Aussagen "durch eine traumatische Hölle" gegangen seien, schrieb sie auf Twitter. Judd war im Oktober 2017 eine der ersten Schauspielerinnen, die Weinstein öffentlich des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigten.

Die juristischen Kämpfe sind für Weinstein auch nach dem Verfahren in New York nicht zu Ende. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. Auch dort könnte es zum Prozess kommen. Davon abgesehen verhandeln seine Anwälte weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit zivilen Klägerinnen um Entschädigungen.

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