Pläne aus Washington : Medienbericht: Trump will offenbar Alaskas Regenwald abholzen

Der Tongass National Forest im US-Bundesstaat Alaska wird bisher durch strenge Gesetze geschützt.
Der Tongass National Forest im US-Bundesstaat Alaska wird bisher durch strenge Gesetze geschützt.

Während in Südamerika die Wälder brennen, plant der US-Präsident angeblich die Abholzung großer Regenwald-Gebiete.

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28. August 2019, 17:10 Uhr

Washington | Mit diesen Plänen würde der US-Präsident eine vor fast 20 Jahren in Kraft getretene Bestimmung aushebeln: 2001 hatte der damalige Präsident Bill Clinton umfangreiche Schutzmaßnahmen für den National Forest in Alaska verabschiedet. Bisher schützte die Justiz die Umweltschutzmaßnahmen vor den Angriffen republikanischer Politiker. Doch nun scheint Donald Trump es auf den Regenwald in Alaska abgesehen zu haben. Das berichtet die "Washington Post".

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Trump soll angeblich Teile des Naturreservats zur Abholzung freigeben. Die Zeitung bezieht sich auf ein Gespräch zwischen dem Präsidenten und dem Gouverneur von Alaska. Eine offizielle Bestätigung der Pläne gibt es bisher nicht.

Bergbau statt Natur?

Dem Bericht zufolge wären 3,8 Millionen Hektar im Tongass National Forest – ungefähr die Hälfte der Gesamtfläche des Waldes – betroffen. Das Naturschutzgebiet wäre dann für Bergbau- und Energie-Projekte offen. Laut "Washington Post" ist die Landschaft nicht nur die Heimat vieler Tierarten, sondern auch bei Touristen sehr beliebt.

Der Tongass National Forest zeichnet sich durch viele Seen und Fjorde aus. Foto: Imago Images/Eleanor Scriven
Imago Images/Eleanor Scriven
Der Tongass National Forest zeichnet sich durch viele Seen und Fjorde aus. Foto: Imago Images/Eleanor Scriven


Der Zeitpunkt der erneuten Debatte um den Regenwald in Alaska überrascht: Aufgrund der verheerenden Brände in den Wäldern der Amazonasregion stehen Regenwälder auf der gesamten Welt momentan im Fokus. In Brasilien wüten die heftigsten Brände seit Jahren. Die Zahl der Feuer stieg nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE seit Anfang des Jahres um 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf mehr als 80.000 Brände. Etwa mehr als die Hälfte der Brände wurden im Amazonasgebiet registriert, ein Drittel im so genannten Cerrado, einer Savannenlandschaft im Südosten des Landes. Auch in einigen anderen Ländern der Region gab es mehr Brände, in manchen ging ihre Zahl zurück.

Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neues Weideland zu schaffen. In der derzeitigen Trockenzeit greifen die Flammen aber auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über.

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