Streit um Freihandelsabkommen : Trump wettert gegen Kanada: "Sie haben uns über Jahre ausgenutzt"

US-Präsident Trump hat wieder einmal getwittert. Dieses Mal knöpfte er sich das Nachbarland Kanada vor.
US-Präsident Trump hat wieder einmal getwittert. Dieses Mal knöpfte er sich das Nachbarland Kanada vor. Foto: picture alliance/dpa

US-Präsident Trump hat mit einem Tweet einen Verhandlungspartner beleidigt. Dieses Mal ist der Nachbarn Kanada dran.

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01. September 2018, 15:22 Uhr

Washington | Nachdem die Gespräche über ein neues Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kanada am Freitag vorerst gescheitert sind, hat US-Präsident Donald Trump erneut Öl ins Feuer gegossen. "Ich liebe Kanada, aber die haben unser Land seit vielen Jahren ausgenutzt", twitterte Trump am Samstag. Am Freitag war eine Frist im Nafta-Verhandlungsmarathon ohne eine Einigung der beiden Länder verstrichen. Mitte kommender Woche sollen die Gespräche aber fortgesetzt werden.

Trump ärgert sich über Indiskretionen

Eine Indiskretion hatte möglicherweise dazu beigetragen, die Gespräche zwischen den USA und Kanada vorübergehend zum Erliegen zu bringen. Trump hatte am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg unter dem Siegel der Vertraulichkeit gesagt, dass er zu keinerlei Kompromissen gegenüber Kanada bereit sei. Dies könne er aber öffentlich nicht sagen. Die Zeitung "Toronto Star" veröffentliche die Trump-Äußerungen später dennoch.

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In einem Twitter-Eintrag hatte sich Trump später über die Indiskretion beschwert, fügte aber hinzu: "Jetzt weiß Kanada wenigstens, wo ich stehe." Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland hatte tagelang in Washington versucht, einen Kompromiss mit dem US-Verhandlungsführer Robert Lighthizer auszuhandeln. Nach anfänglichem Optimismus hatte sie am Freitag erklärt, am Ende müsse sie die Interessen ihres Landes im Auge behalten.

Trotz der stockenden Verhandlungen sandte Trump am Freitag einen Brief an den Kongress, um den parlamentarischen Prozess für das Freihandelsabkommen in Gang zu setzen. Unklar ist, ob ein bilaterales Abkommen nur mit Mexiko und ohne Kanada eine Mehrheit im Kongress finden würde. Für den Fall, dass keine Einigung mit Kanada gefunden würde, hatte Trump hohe Zölle für das Nachbarland angedroht. Mexiko und die USA haben sich bereits auf ein vorläufiges Abkommen bilateral geeinigt.

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