Nach Kritik in der Washington Post : Trump legt sich mit US-Held an: Hätte Bin Laden früher finden müssen

US-Navy-Admiral William H. McRaven bei seiner Entlassung in den Ruhestand 2014 – US-Präsident Donald Trump stellt seinen größten militärischen Erfolg öffentlich in Frage.
US-Navy-Admiral William H. McRaven bei seiner Entlassung in den Ruhestand 2014 – US-Präsident Donald Trump stellt seinen größten militärischen Erfolg öffentlich in Frage.

Der pensionierte Navy-Admiral hatte den Militäreinsatz befehligt, der zum Tod des Terrorfürsten Osama Bin Laden führte.

von
20. November 2018, 12:01 Uhr

Washington | Bisher trat US-Präsident Donald Trump als Unterstützer des US-Militärs auf. Nun legt er sich mit einem der angesehensten Offiziere an – und löst damit Entrüstungsstürme aus. Anlass ist ein Brief, den die "Washington Post" veröffentlicht hat, verfasst von William H. McRaven. Der pensionierte Navy-Admiral wird in den USA als Nationalheld verehrt, nachdem er 2011 den Militäreinsatz befehligt hatte, der zum Tod des al-Kaida-Führers Osama bin Laden führte.

In seinem Brief betonte McRaven seine Loyalität und Bewunderung gegenüber dem Präsidentenamt, doch verurteilte Trumps Regierungshandeln scharf. Dessen Angriffe auf die Medien bezeichnete er als "größte Bedrohung der Demokratie", die er bislang erlebt habe.

Trump: "Jeder wusste, dass Bin Laden da war"

Trump reagierte wütend auf die persönliche Kritik und stellte in einem "Fox News"-Interview den größten militärischen Erfolg McRavens infrage. "Bin Laden lebte in Pakistan in einem schönen Anwesen – auch wenn ich schönere gesehen habe – aber er lebte direkt neben der pakistanischen Militärakademie." Bin Laden hatte sich jahrelang in einem Haus im pakistanischen Abbottabad versteckt. Trump warf McRaven nun vor, der Anführer des Terrornetzwerks hätte früher gefunden werden können. "Jeder wusste, dass er da war."

Der frühere CIA-Direktor Michael Morell stellte daraufhin auf Twitter klar, dass McRavens Spezialkommando "innerhalb weniger Tage nach der Anweisung von Präsident Obama" den Einsatz ausgeführt habe. Für das "Aufspüren" Bin Ladens sei McRaven nicht verantwortlich gewesen, sondern die CIA.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Auch andere Militärvertreter kritisieren nun öffentlich, Trump scheine nicht zu verstehen, wie die Abfolge der Anweisungen bei Militäroperationen funktioniere. Die Äußerungen des amtierenden "Commander in Chief" seien "widerlich", meint Frances Townsend, Heimatschutz-Beraterin unter der Regierung von Präsident George W. Bush.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Auch Beschuldigungen gegen Pakistan

Doch Trump beließ es nicht bei den Verbalattacken gegen den angesehenen Ex-Admiral. Gegenüber "Fox News" und auf Twitter beschuldigte er auch die pakistanische Führung ("Blödmänner"), Washington nicht informiert zu haben, dass Bin Laden sich in Pakistan aufhalte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Die USA würden viel Geld an Pakistan zahlen und "keine verdammte Sache" als Gegenleistung erhalten, behauptet der US-Präsident weiter. Trumps "Ausbrüche" verschärften die politischen Spannungen zwischen den USA und Pakistan weiter. Der pakistanische Regierungschef Imran Khan wehrte sich derweil, Trump wolle Pakistan zum "Sündenbock" für US-Verfehlungen im Kampf gegen den Terrorismus machen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Das Pentagon hatte im September beschlossen, umgerechnet 262 Millionen Euro an Militärhilfe für Pakistan zu streichen. Trump klagte bereits Anfang des Jahres, dass Pakistan "Terroristen" Zuflucht gewährt habe.

Khan bemühte sich auf Twitter, "die Fakten richtig zu stellen". Demnach habe Pakistan im Kampf gegen den Terror 75.000 Menschenleben verloren, die Wirtschaft des Landes sei um 123 Milliarden Dollar geschädigt worden. "Kann Herr Trump einen anderen Verbündeten benennen, der solche Opfer gebracht hat?", fragte der pakistanische Premierminister. Eine Reaktion seitens der USA blieb bislang aus.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen