Zwangsräumung? : Kampf um Hambacher Forst: Riesiger Bagger von Aktivisten besetzt

Im Tagebau Hambach arbeiten die größten Bagger der Welt. Foto: Federico Gambarini/dpa
Im Tagebau Hambach arbeiten die größten Bagger der Welt. Foto: Federico Gambarini/dpa

Sie kamen im Morgengrauen: Mehrere Personen halten am Freitag einen Bagger im Tagebau Hambach in ihrer Gewalt. Strom-Riese RWE zeigt sich besorgt.

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02. November 2018, 10:22 Uhr

Aachen | Im Tagebau Hambach haben am Freitag mindestens sechs Personen einen riesigen Braunkohlebagger des Energieunternehmens RWE besetzt. Über Twitter teilten die Besetzer mit, dass sie auf der Maschine ausharren wollten – die zuständige Aachener Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort, am Mittag wurden die Personen schließlich unbeschadet nach unten gebracht. Auf Nachfrage wollte sich die Polizei nicht zum Einsatzgeschehen äußern.

Über Twitter hatten die Beamten die Besetzer am Morgen aufgefordert, den Bagger freiwillig zu verlassen:

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Bei RWE reagierte man beunruhigt auf die Besetzung. Ein Sprecher teilte dieser Redaktion mit, dass man sich in erster Linie Sorgen um die Sicherheit der Personen mache. Bereits in der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder wieder zu solchen Vorfällen. Auch dieses Mal wolle man die Aktion zur Anzeige bringen, sagte der RWE-Sprecher.

Gelände zu groß, um es abzusichern

Das Tagebau-Gelände ist derzeit rund 85 Quadratkilometer groß. Zwar lässt der Energiekonzern das Gelände durch einen eigenen Sicherheitsdienst bewachen, dennoch gelinge es immer wieder Personen, auf das Areal zu gelangen. "RWE Power respektiert selbstverständlich das Recht auf freie Meinungsäußerung. Aber es ist nicht akzeptabel, unter dem Deckmantel des Klimaschutzes vorsätzlich Rechtsbrüche zu verüben", heißt es in einer Mitteilung.

Derartige Besetzungen sollen erneut auf die mögliche Rodung des Hambacher Forsts aufmerksam machen. Der Strom-Riese will Braunkohle unter dem bei Köln gelegenen Wald abbaggern. Ein Gericht hat die Rodung vorerst gestoppt. Nun ist der Tagebau Hambach ein Ziel der Aktivisten. Erst am Wochenende hatten tausende Klima-Aktivisten mit einer Gleis-Besetzung mehr als 24 Stunden lang die RWE-Kraftwerke vom Kohlenachschub aus dem Tagebau Hambach abgeschnitten. Außerdem besetzten 18 Leute über Stunden einen riesigen Braunkohlebagger. Weil Demonstranten über Autobahn und Schiene liefen, waren die A4 und die Bahnstrecke zwischen Düren und Aachen stundenlang gesperrt.

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Im Zuge der Proteste erstattete die Polizei 400 Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft Aachen leitete Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs ein. Das Bündnis Ende Gelände sprach von der größten Aktion zivilen Ungehorsams gegen Kohle mit 6500 Aktivisten. RWE betonte, mit seinem Braunkohlefahrplan zur Reduktion der CO2-Emissionen zum Erreichen der nationalen Klimaziele beizutragen.

Die Blockade mit bis zu 2500 Aktivisten, die am Sonntag von der Polizei beendet wurde, hatte zwar laut RWE keine Folgen für die Leistung der Kraftwerke. Es seien aber Straftaten verübt worden, die für das Unternehmen einen wirtschaftlichen Schaden in noch nicht zu beziffernder Höhe verursachten.

(mit dpa)

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