"Chaotischer" Rückzug der Amerikaner : Krieg in Nordsyrien: Russen nehmen US-Lager in Beschlag

Verbündeter Syriens: Russisches Militär in der Stadt Yalda.
Verbündeter Syriens: Russisches Militär in der Stadt Yalda.

Der Abzug der amerikanischen Soldaten aus der syrischen Stadt Manbidsch soll sehr hastig abgelaufen sein.

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16. Oktober 2019, 10:47 Uhr

Manbidsch | US-Soldaten haben Manbidsch, einer Schlüsselstadt im Syrien-Krieg, am Dienstag den Rücken gekehrt und das Gebiet dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad und Russland überlassen. Die syrische Armee habe die "volle Kontrolle" über Manbidsch und über "umliegende Gebiete" übernommen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit und sprach von einem "organisierten Zusammenwirken mit der türkischen Seite".

Auf Twitter-Videos des Journalisten Babak Taghvaee (BBC, The Globe Post) war zu sehen, wie das russische Militär in Manbidsch einfuhr:

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Die von US-Amerikanern genutzte Militärbasis war demnach zunächst noch verwaist, hier sollten die russischen Soldaten einziehen.

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Ein russischer Journalist filmte sich in der zurückgelassenen Basis der US-Truppen, es handelt sich dabei laut "Washington Post" um den offenbar Kreml-nahen Reporter Oleg Blokhin. "Wir sind in der US-Basis in Manbidsch“, sagt er. "Noch gestern Morgen waren sie hier und heute sind wir es":

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Weiterlesen: Schwere Kämpfe in Syrien – Trump schickt Pence und Pompeo zu Verhandlungen

"Chaotischer" Vorgang

Der Abzug der amerikanischen Soldaten soll sehr hastig innerhalb von 24 Stunden abgelaufen sein. "Im Grunde genommen war es eine Übergabe" zitierte das US-Magazin "Newsweek" einen ranghohen Mitarbeiter im US-Verteidigungsministerium. Demnach sei der Abzug aus Manbidsch ein "schneller Abgang" gewesen, eine Art gemeinsamen "Rundgang" mit den Russen habe es nicht gegeben. Ziel sei gewesen, mit "so vielen Dingen wie möglich" abzuziehen und dabei "jegliches sensibles Gerät" zu zerstören.

Foto: AFP/Delil Souleiman
AFP/Delil Souleiman
Foto: AFP/Delil Souleiman


Bislang hatten die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ein großes Gebiet an der Grenze zur Türkei in Nordsyrien kontrolliert. Für die USA waren sie lange ein Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach dem Abzug der US-Kräfte und dem Beginn der türkischen Offensive wandten sich die SDF hilfesuchend an Damaskus und Moskau, bezeichneten die Vereinbarung aber als "schmerzhaften Kompromiss".

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dpa-infografik


Neue Kräfteverhältnisse

Trotz der Forderungen nach einer Waffenruhe gingen die Kämpfe in der Region weiter. Nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) sind inzwischen mindestens 190.000 Menschen geflohen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kündigte angesichts der "extrem instabilen Situation" an, alle internationalen Mitarbeiter aus der Region abzuziehen.

Truppen des syrischen Präsidenten Assad waren am Montag in dem kurdisch kontrollierten Norden des Landes eingetroffen. Der Abzug der Amerikaner und die Ankunft russischer und syrischer Truppen zeigt indes auch, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse im Nordosten Syriens derzeit verschieben.

Foto: AFP/SANA
AFP/SANA
Foto: AFP/SANA


Wendepunkt im Bürgerkrieg

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte der US-Forderung nach einer Waffenruhe mit den Kurden eine Absage erteilt. Die Türkei könne keine Waffenruhe ausrufen, bevor die "Terrororganisation" aus dem Grenzgebiet vertrieben sei, sagte Erdogan laut der türkischen Zeitung "Hürriyet" am Dienstag bei einer Reise. Erdogan äußerte sich kurz vor einem Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo in Ankara.

Weiterlesen: Erdogan wird "niemals Waffenruhe erklären"

Zuletzt sind in dem Konflikt syrische Truppen in die Kurdengebiete einmarschiert – ein wichtiger Wendepunkt in dem mehr als achtjährigen Bürgerkrieg in Syrien. Die Soldaten von Assad hatten sich 2012 aus der Region weitgehend zurückgezogen und zugelassen, dass die Kurden eine eigene Verwaltung aufbauten.

Erdogan sagte laut "Hürriyet", dies sei für die Türkei nicht "sehr negativ". "Es ist ihr Territorium." Wichtig sei, dass die Kurden die Region verließen.

Mit Material von dpa und afp

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