Neue Waffenübungen : Südkorea berichtet: Nordkorea feuert erneut Raketen ab

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un demonstriert gerne die militärische Stärke seines Landes.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un demonstriert gerne die militärische Stärke seines Landes.

Nordkoreas Machthaber Kim lässt mit neuen Waffenübungen militärische Stärke demonstrieren.

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04. Mai 2019, 08:37 Uhr

Seoul | Inmitten der festgefahrenen Verhandlungen mit den USA über sein Atomwaffenprogramm demonstriert Nordkorea militärische Stärke. Das nordkoreanische Militär habe am Samstagmorgen (Ortszeit) im Rahmen eines Waffentests mehrere "Projektile" von kurzer Reichweite in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstabschef der südkoreanischen Streitkräfte mit. Unklar war zunächst, um welchen Waffentyp es sich dabei handelte. Vermutet wurde, dass Raketen von einem Mehrfach-Raketenwerfer aus abgeschossen wurden. Zunächst war vom Start einer einzelnen Raketen die Rede gewesen.

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Die US-Regierung nahm zunächst nicht inhaltlich Stellung dazu. Man habe die Aktionen Nordkoreas wahrgenommen, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Die Lage werde weiter beobachtet.

Die Projektile wurden den südkoreanischen Angaben zufolge im Abstand von etwa 20 Minuten von der Ostküste des Nachbarlandes aus abgeschossen. Sie seien etwa 70 bis 200 Kilometer weit geflogen und dann ins Meer gestürzt. Es seien keine ballistischen Raketen gewesen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter. Tests mit ballistischen Raketen verschiedener Reichweiten sind Nordkorea ebenso verboten wie Atomwaffenversuche.

Zeichen einer Herausforderung?

Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Neue Tests mit solchen Raketen durch Nordkorea könnten als Zeichen offener Herausforderung an US-Präsident Donald Trump gewertet werden.

Der jüngste Waffentest erfolgte etwa anderthalb Jahre nach dem Start einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea, der international als Provokation bewertet worden war. Die kommunistische Führung hatte damals erklärt, mit ihren Raketen das gesamte Festland der USA erreichen zu können. Nordkorea wirft den Vereinigten Staaten eine feindselige Politik vor.

Keine Lockerung der Sanktionen

Zuletzt bekundete Nordkorea mehrfach seinen Unmut über die Weigerung der USA, die Sanktionen gegen Pjöngjang zu lockern. Im April erklärte Kims Regierung zudem, nicht länger mit US-Außenminister Mike Pompeo als Verhandlungsführer über ihr Atomprogramm sprechen zu wollen. Sie warf Pompeo vor, die Gespräche zu behindern. Pompeo wies dies zurück.

Apropos USA: Die Regierung ließ in der Nacht zu Samstag mitteilen, dass sie durchaus Kenntnis von den Raketentests hätte. "Wir sind uns der nordkoreanischen Aktionen heute Nacht bewusst", vermeldete die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, und fügte hinzu, das Weiße Haus werde die Situation "weiter beobachten".

Raketen ja, Nahrungsmittel nein

Einen weiterhin faden Beigeschmack haben die Raketentests mit Blick auf die Hungersnot, die laut UN in Nordkorea herrscht. "Die Lage ist sehr ernst", sagte der Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP), Herve Verhoosel, am Freitag in Genf.

Zur Versorgung der Bevölkerung fehlten rund 1,4 Millionen Tonnen Nahrungsmittel, laut UN würden so mindestens zehn Millionen Menschen unter Hunger leiden.

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