Wochenlange Proteste gegen Reform : Streit um höheres Renteneintrittsalter: Französische Regierung gibt nach

Seit Wochen protestieren die Franzosen gegen die geplante Rentenreform. Jetzt gibt es einen ersten Erfolg.
Seit Wochen protestieren die Franzosen gegen die geplante Rentenreform. Jetzt gibt es einen ersten Erfolg.

Die Proteste in Frankreich zeigen Wirkung. Die Regierung ist zum Verzicht auf höheres Renteneintrittsalter bereit.

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11. Januar 2020, 16:54 Uhr

Paris | Die französische Regierung hat im Konflikt um die Rentenreform Medienberichten zufolge deutliche Zugeständnisse an die Gewerkschaften gemacht. Die Regelung, nach der die Franzosen erst mit 64 Jahren volle Rentenbezüge erhalten sollen, werde vorläufig aus der Gesetzesreform gestrichen, erklärte Frankreichs Premierminister Édouard Philippe am Samstag in einem Schreiben an die Sozialpartner, wie Medien übereinstimmend berichteten. Die Regierung sei "bereit, das entscheidende Alter von 64 Jahren vorübergehend aufzuheben", schrieb Philippe demnach an die Gewerkschaften.

Diskussion soll weitergehen

Das Alter ist bisher der Hauptstreitpunkt zwischen den Gewerkschaften und der Regierung gewesen. Die gemäßigte Gewerkschaft CFDT begrüßte den Schritt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. CFDT will demnach die Diskussionen in dem neuen vorgeschlagenen Rahmen fortsetzen.

Mit der Reform soll für die Rente ein universelles Punktesystem ähnlich wie in Deutschland eingeführt werden. Damit würde die Zersplitterung in mehr als 40 Rentenkassen enden. Viele Berufsgruppen fürchten allerdings ein Aus für Sonderrechte und Privilegien. Die Regierung war ihnen bereits mit sehr langen Übergangsfristen entgegengekommen.

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