Persischer Golf : Beschlagnahmter Öltanker im Iran: Bundesregierung fordert Freigabe

Das von Stena Bulk zu Verfügung gestellte undatierte Foto zeigt den britischen Öltanker 'Stena Impero'.
Das von Stena Bulk zu Verfügung gestellte undatierte Foto zeigt den britischen Öltanker "Stena Impero".

Iranische Revolutionsgarden hatten den Tanker am Freitag in der Straße von Hormus gestoppt. Die Crew sitzt nun fest.

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19. Juli 2019, 20:27 Uhr

Teheran | Die Besatzung des im Iran festgesetzten britischen Öltankers "Stena Impero" darf das Schiff bis Ende der Untersuchungen nicht verlassen. Das gab ein Sprecher der Hafenbehörde in Bandar Abbas in Südiran am Samstag bekannt. Von den 23 Besatzungsmitgliedern seien 18 aus Indien und fünf aus Russland, den Philippinen und Lettland, sagte der Sprecher Morad Afifipur der Nachrichtenagentur Isna.

Die Bundesregierung hat den Iran zur "unverzüglichen" Freigabe des in der Meerenge von Hormus beschlagnahmten Tankers aufgefordert. Das Auswärtige Amt in Berlin rief den Iran am Samstag "nachdrücklich" auf, die "Stena Impero" und ihre Besatzung "unverzüglich freizugeben". "Eine weitere regionale Eskalation wäre sehr gefährlich", erklärte ein Ministeriumssprecher.

Der Tanker sei am Freitag nach einer Kollision mit einem Fischereischiff einfach weitergefahren, sagte Afifipur. Daraufhin habe das Fischereischiff die Behörden im Iran verständigt. Der Tanker sei dann im Einklang mit dem Seerecht gestoppt und nach Bandar Abbas eskortiert worden. Dort liefen nun die Untersuchungen.

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Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker am Freitag in der Straße von Hormus mit der Begründung gestoppt, er habe internationale Vorschriften nicht beachtet. Der Tanker soll sein GPS-System ausgeschaltet haben und auf der falschen Richtungsspur von Süden in die Straße von Hormus eingefahren sein. Damit habe die Gefahr von Kollisionen bestanden. Außerdem soll der Tanker umweltschädigende Materialien am Bord haben, die derzeit von der Umweltbehörde in Bandar Abbas untersucht würden.

Beobachter hatten mit solchen Vorfällen gerechnet

Am Freitag hatte es auch Berichte über einen zweiten britischen Tanker gegeben, den die IRGC in Richtung Iran abgedrängt haben sollen. Offizielle iranische Reaktionen dazu gab es nicht. Medienangaben zufolge wurde der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK nicht an die Kette gelegt, sondern durfte nach einer Routinebefragung weiterfahren.

Beobachter hatten mit solchen Vorfällen gerechnet, nachdem im britischen Gibraltar ein Tanker mit Öl aus dem Iran unter dem Vorwurf illegaler Öllieferungen an Syrien an die Kette gelegt worden war. Der seit Anfang des Monats festgesetzte Supertanker darf mindestens bis Mitte August nicht wieder auslaufen. Der Iran hatte die Festsetzung des Tankers als "Piraterie" verurteilt und mit Konsequenzen gedroht.

Besatzung geht es "den Umständen entsprechend gut"

Die 23 Besatzungsmitglieder des Öltankers sind nach Angaben ihrer Reederei wohlauf. "Der Besatzung geht es den Umständen entsprechend gut", sagte der Chef des Schifffahrtsunternehmens Stena Bulk, Erik Hånell, am Samstag dem schwedischen Sender SVT in Göteborg.

Gleichzeitig dementierte Hånell Berichte, wonach sich das Schiff während des Zwischenfalls am Freitag in iranischen Gewässern befunden habe. "Es war in internationalem Gewässer. Wir haben Transponder auf dem Schiff, damit wir die ganze Zeit wissen, wo es sich befindet", sagte er. Der Nachrichtensender Sky News berichtete am Samstag, die "Stena Impero" sei in den Gewässern des Omans gestoppt worden.

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