Impfgegner ein Grund : So viele Masernfälle in Europa wie seit zehn Jahren nicht mehr

Immer mehr Menschen stecken sich mit Masern an.
Immer mehr Menschen stecken sich mit Masern an.

In Europa haben 2018 laut WHO so viele Menschen mit Masern angesteckt, wie seit zehn Jahren nicht mehr.

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08. Februar 2019, 09:43 Uhr

Kopenhagen | Mit Masern haben sich im vergangenen Jahr in der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so viele Menschen angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Fälle stieg innerhalb eines Jahres auf das Dreifache, berichtete das WHO-Büro Europa in Kopenhagen. Verglichen mit 2016 hätten sich sogar 15-mal so viele Menschen angesteckt. 2016 war ein Niedrigrekord bei den Ansteckungen verzeichnet worden.

Ein Grund für die wachsende Zahl an Masernfällen sind Impfgegner. Immer mehr Menschen in Industrienationen und in arabischen Ländern lassen sich oder ihre Kinder nicht mehr impfen. Darum hat die WHO Impfgegner Anfang des Jahres offiziell als Gesundheitsrisiko eingestuft. In der Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen 2019 stehen sie auf einer Stufe mit Ebola, HIV, Antibiotikaresistenzen und dem Klimawandel.

Deutschland trotzt dem Trend

In Deutschland war der Trend den Angaben zufolge gegenläufig: Nach gut 900 Masern-Fällen 2017 wurden im vergangenen Jahr nur gut 500 Fälle gemeldet.

In den 53 Ländern der Region hätten sich 2018 fast 82.600 Menschen mit Masern angesteckt – 72 Kinder und Erwachsene seien daran gestorben, berichtet die WHO. Sie zählt zu der Region neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaidschan.

Mit Abstand am schwersten betroffen war die Ukraine mit über 53 000 Fällen. Mehr als 2000 Fälle meldeten auch Serbien (5076), Israel (2919), Frankreich (2913), Russland (2256), Italien (2517), Georgien (2203) und Griechenland (2193).

"Wir müssen mehr tun"

Zwar seien in der Region im vergangenen Jahr gleichzeitig auch so viele Menschen gegen Masern geimpft worden wie nie zuvor. Aber es reiche noch nicht, sagte die Direktorin des Regionalbüros, Zsuzsanna Jakab. "Wir müssen mehr tun und unsere Sache besser machen, um jede einzelne Person vor Krankheiten zu schützen, die leicht vermieden werden können." Das Virus kann das Gehirn befallen und ist deshalb lebensgefährlich. Die WHO will die Masern weltweit eliminieren.




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