Sieben Randnotizen vom G7-Gipfel : Trump trifft falschen Macron, Merkel läuft am Strand, bedrohter Fisch zum Essen

In Frankreich kommen derzeit die Staats- und Regierungschefs der G7 zusammen.
In Frankreich kommen derzeit die Staats- und Regierungschefs der G7 zusammen.

Beim G7-Gipfel treffen sich die mächtigsten Personen der Welt. Der Gipfel sorgt bisweilen für kuriose Randnotizen.

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25. August 2019, 09:00 Uhr

Biarritz | Handelsstreit, Klimawandel, Waldbrände: Mögliche Streitpunkte gibt es beim G7-Gipfel viele. Neben den großen Themen der Weltpolitik hat der Gipfel bisweilen auch kurioses zu bieten. Sieben Randnotizen vom G7-Gipfel in Frankreich:

Trump und EmanuelMacrone

US-Präsident Donald Trump hat in einem Tweet den Namen von G7-Gastgeber Emmanuel Macron falsch geschrieben – und damit versehentlich die Zahl der Abonnenten eines Witz-Twitterkontos mehr als verdoppelt. Trump schrieb nach einem Arbeitsessen mit Macron auf Twitter: "Hatte gerade Mittagessen mit dem französischen Präsidenten @EmanuelMacrone." Das Twitter-Konto des französischen Präsidenten läuft – analog zu seinem Namen – unter @EmmanuelMacron. Am Samstagabend hatte der @EmanuelMacrone-Account 840 Abonnenten – wenige Stunden später waren es noch 410 gewesen. Mittlerweile ist der Account offline.

Foto: dpa/Andrew Harnik/AP
Andrew Harnik
Foto: dpa/Andrew Harnik/AP

Strandläuferin Angela Merkel

Ein wenig Müßiggang vor dem Gipfel: Kanzlerin Angela Merkel hat vor dem offiziellen Beginn des G7-Gipfels bei einem kurzen Spaziergang den Strand des südwestfranzösischen Seebades besucht. Die Kanzlerin wurde bei der Stippvisite von Menschen freundlich gegrüßt, darunter auch von deutschen Urlaubern. Sie habe sich außerdem mit einem französischen Rettungsschwimmer unterhalten. Ein Sprung ins Meer war vor dem Gipfel allerdings nicht drin.

Foto: Michael Kappeler/dpa
Michael Kappeler
Foto: Michael Kappeler/dpa

Sternekoch und der bedrohte Thunfisch

Baskische Spezialitäten mit dem gefährdeten roten Thunfisch standen auf der Speisekarte für das Dinner der Staats- und Regierungschefs. Sternekoch Cédric Béchade ließ demnach unter anderem den "Marmitako" genannten traditionellen Fischeintopf mit frischem roten Thunfisch servieren, den Fischer südlich von Biarritz gefangen haben. Der auch Blauflossen-Thunfisch oder Atlantischer Thunfisch genannte Fisch ist wegen Überfischung eine zunehmend bedrohte Tierart und steht auf der "Roten Liste" der Weltnaturschutzunion IUCN.

Foto: dpa/EPA/Gavin Newman/Greenpeace
picture alliance / dpa
Foto: dpa/EPA/Gavin Newman/Greenpeace

Wer ist Mr. No Deal?

Boris Johnson nimmt erstmals als britischer Premierminister am G7-Gipfel teil. Dort wollte er unter anderem EU-Ratspräsident Donald Tusk treffen, um mit ihm über den Brexit zu sprechen. Tusk hatte am Samstag gesagt: "Ich hoffe immer noch, dass Premierminister Johnson nicht als Mr. No Deal in die Geschichte eingehen will." Johnson konterte, ein Scheitern beim Erreichen eines Brexit-Abkommens würde auch schlechtes Licht auf Tusk werfen. Wenn Tusk nicht selbst als "Mr. No Deal" in Erinnerung bleiben wolle, dann werde er ihm hoffentlich noch entgegenkommen.

Boris Johnson (l-r), Premierminister von Großbritannien, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, Giuseppe Conte, Ministerpräsident von Italien, und Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, stehen beim Beginn des Gipfels zusammen. Der G7-Gipfel findet vom 24.-26. August in Biarritz statt. Foto: dpa/Michael Kappeler
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Boris Johnson (l-r), Premierminister von Großbritannien, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, Giuseppe Conte, Ministerpräsident von Italien, und Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, stehen beim Beginn des Gipfels zusammen. Der G7-Gipfel findet vom 24.-26. August in Biarritz statt. Foto: dpa/Michael Kappeler

Macron, der Kostendrücker

Der G7-Gipfel in Biarritz wird zwar von 13.000 Sicherheitskräften geschützt, soll aber unglaublich günstig sein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron brüstete sich damit, dass das Treffen "zehn bis fünfzehn Mal" weniger koste als frühere Gipfel. "Beispiellos" sei das, lobte sich der Ex-Banker. Kostenpunkt: 36,4 Millionen Euro. Die Vergleichsrechnung kommt in Bezug auf den letzten G7-Gipfel im kanadischen Québec hin. Die kanadische Regierung hatte dafür umgerechnet rund 400 Millionen Euro veranschlagt. Das wäre elf Mal soviel wie in Biarritz. Doch der Gipfel im sizilianischen Taormina – samt vorheriger Ministertreffen – hatte 2017 nach Angaben der Regierung in Rom "nur" 37,5 Millionen Euro gekostet.

Polizisten schützen sich vor Demonstranten bei einem Protests gegen den G7-Gipfel. Foto: dpa/Bob Edme/AP
Bob Edme
Polizisten schützen sich vor Demonstranten bei einem Protests gegen den G7-Gipfel. Foto: dpa/Bob Edme/AP

Schlechte Noten für Deutschland

Deutschland hat schlechte Noten für die Erfüllung seiner Zusagen auf dem G7-Gipfel vor einem Jahr im kanadischen Charlevoix bekommen. Unter den Mitgliedern der Gruppe der sieben großen Industrieländer (G7) und der Europäischen Union kam Deutschland mit einer Quote von 75 Prozent nur auf Platz Sechs, wie die G7-Forschungsgruppe der Universität Toronto auf dem G7-Gipfel im französischen Biarritz mitteilte.

Spitzenreiter war die EU mit 95 Prozent, gefolgt von Großbritannien (93 Prozent), Kanada (90 Prozent), Japan (84 Prozent) und Frankreich (83 Prozent). Deutschland lag auch deutlich unter dem Durchschnitt von 83 Prozent. Nur die USA (74 Prozent) und Schlusslicht Italien (70 Prozent) schlossen schlechter ab. Gemessen wurden 20 ausgesuchte Versprechen wie etwa zu Umwelt, Gesundheit, demokratischer Transparenz, Klimawandel, Gleichberechtigung, Energiesicherheit und Entwicklungsfinanzierung

68 Festnahmen am Rande von G7-Gipfel in Biarritz

Am Rande des G7-Gipfels im südwestfranzösischen Biarritz sind mindestens 68 Menschen festgenommen worden. 38 von ihnen seien in Polizeigewahrsam genommen worden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am späten Samstagabend unter Berufung auf die örtliche Präfektur. Gewahrsam dient unter anderem dazu, Verdächtige zu befragen und ihre Äußerungen zu überprüfen. Er kann von 24 auf bis zu 48 Stunden verlängert werden.

Orte und Umstände der Festnahmen blieben zunächst offen. In Bayonne, der Nachbarstadt von Biarritz, waren am Abend bei einer ungenehmigten Demonstration Steine geflogen, die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Die französische Regierung hat über 13.000 Sicherheitskräfte mobilisiert, um den noch bis Montag dauernden Gipfel der führenden Industrienationen zu schützen.

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