Nato-Übung : Schwierige Bergung nach Kollision von Fregatte und Tanker

Die norwegische Fregatte 'KNM Helge Ingstad' liegt nach einer Kollision mit dem Tanker 'Sola TS' im Wasser. Bei der Rückfahrt vom Nato-Manöver Trident Juncture ist die norwegische Fregatte am frühen Donnerstagmorgen mit dem Tankschiff kollidiert. Die Fregatte hat Schlagseite und droht nach Einschätzung der Feuerwehr zu sinken.
Die norwegische Fregatte "KNM Helge Ingstad" liegt nach einer Kollision mit dem Tanker "Sola TS" im Wasser. Bei der Rückfahrt vom Nato-Manöver Trident Juncture ist die norwegische Fregatte am frühen Donnerstagmorgen mit dem Tankschiff kollidiert. Die Fregatte hat Schlagseite und droht nach Einschätzung der Feuerwehr zu sinken.

Nach dem Zusammenstoß einer Fregatte mit einem Tanker in norwegischen Gewässern droht die Fregatte jetzt zu sinken.

svz.de von
08. November 2018, 09:51 Uhr

Oslo | Bei der Rückfahrt vom Nato-Manöver Trident Juncture ist eine norwegische Fregatte am frühen Donnerstagmorgen mit einem Tankschiff kollidiert. Die Fregatte "KNM Helge Ingstad" hatte 137 Mann Besatzung an Bord. Alle konnten gerettet werden. Acht Menschen wurden leicht verletzt. Das Schiff schlug leck und bekam Schlagseite.

Ursache unklar

Das Tankschiff "Sola TS" war bei der Ausfahrt aus einem Ölterminal in der norwegischen Gemeinde Øygarden in Hordaland mit dem Kriegsschiff zusammengestoßen. Warum, war zunächst unklar. Außerdem sei ein Schlepper, der den in Malta registrierten Tanker begleitet hatte, in den Vorfall verwickelt, teilte die staatliche Havariekommission mit. Das Tankschiff, das mit 625.000 Liter Rohöl beladen war, wurde nur leicht beschädigt. Die Mannschaft blieb unverletzt.

Die 2009 in Dienst gestellte "Helge Ingstad" ist gut 133 Meter lang und hat eine Verdrängung von 5290 Tonnen. Sie trägt einen Hubschrauber und ist unter anderem mit Torpedos und mit Raketen zur Schiffs- und Flugabwehr ausgerüstet. Während der Nato-Übung wurde sie bei der Jagd von U-Booten eingesetzt. Sie soll keine scharfe Munition an Bord gehabt haben. Die Küstenwache meldete, dass Helikoptertreibstoff, den die Fregatte gebunkert hatte, ausgelaufen sei.

 

Nach der Kollision waren zunächst rund zehn Mann an Bord der Fregatte geblieben, um sie unter Kontrolle zu halten. Um zu verhindern, dass das Schiff zu tief sinkt, steuerten sie es nah ans Ufer. Weil zu viel Wasser eindrang, mussten auch sie von Bord gehen. Wenig später war das Helikopterdeck unter Wasser. Schlepper unternahmen am Vormittag mehrere Versuche, die Fregatte aufzurichten, doch sie glitt immer wieder in die Schlagseite. Man wolle versuchen, das havarierte Schiff in den Marinestützpunkt Haakonsvern unweit der Unglücksstelle zu schleppen, teilte das Militär mit. 

Ölplattformen lahmgelegt

Man habe versucht, das Fahrzeug zu sichern, weil die Gefahr bestand, dass es in tiefere Gewässer abrutsche, sagte Sigurd Smith vom Marinestab. Wann das Schiff geborgen werden soll, sei noch nicht klar. Der Sture Öl-Terminal wurde nach dem Vorfall geschlossen. Auch umliegende Ölplattformen stellten die Produktion ein, was Konsequenzen für die Gaslieferungen nach Europa haben kann.

Die Bundeswehr zog unterdessen eine positive Bilanz ihrer Beteiligung am größten Nato-Manöver seit Ende des Kalten Krieges. Aus deutscher Sicht sei die Übung in Norwegen ausgesprochen gut verlaufen, sagte Brigadegeneral Michael Matz der Deutschen Presse-Agentur. So habe zum Beispiel die Verlegung von Truppen und Material reibungslos funktioniert. Als verbesserungsfähig wurde nach Angaben von Matz die Abstimmung mit einigen internationalen Partnern identifiziert, mit denen sehr lange nicht zusammengearbeitet wurde.

Die Bundeswehr hatte für das Großmanöver mehr als 8000 Soldaten nach Norwegen verlegt. Damit war Deutschland zweitgrößter Truppensteller nach den USA. Insgesamt nahmen rund 50.000 Soldaten aus den 29 Nato-Staaten sowie den Partnerländern Finnland und Schweden an "Trident Juncture" teil.

Die Lehren und Erkenntnisse aus "Trident Juncture" sollen nach Nato-Angaben in den kommenden Wochen und Monaten im Hauptquartier in Brüssel diskutiert werden.
 

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