Anweisung spanischer Behörden : Seenotretter dürfen mit Schiff nicht auslaufen

Das Rettungsschiff der Organisation 'Open Arms' vor dem Hafen der spanischen Stadt Algeciras. Foto: dpa
Das Rettungsschiff der Organisation "Open Arms" vor dem Hafen der spanischen Stadt Algeciras. Foto: dpa

Das Rettungsschiff wird ohne Angaben von Gründen zurückbeordert wurde – vor der spanischen Küste kentert ein Holzboot.

svz.de von
11. August 2018, 15:28 Uhr

Algeciras | Spanische Behörden haben nach Darstellung privater Seenotretter das Schiff "Open Arms" am Auslaufen gehindert. Nach einer üblichen Inspektion habe das Schiff am Freitag zunächst die Erlaubnis erhalten, seine Reise fortzusetzen, erklärte der Gründer der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps, auf Twitter. Als das Schiff bereits außerhalb der Bucht von Algeciras war, sei es angewiesen worden, in den Hafen zurückzukehren. Dort liege das Schiff jetzt "ohne weitere Information", schrieb Camps. Eine Sprecherin sagte Europa Press, die Behörden wollten noch Fragen in Bezug auf die Besatzung klären. Die Organisation rechnet damit, nicht vor Montag wieder in See stechen zu können.



Die "Open Arms" hatte am Donnerstag 87 im Mittelmeer gerettete Migranten nach Spanien gebracht. Vor der Rückkehr in die Such- und Rettungszone vor der libyschen Küste wollte die Hilfsorganisation von Algeciras nach Barcelona fahren, um die Besatzung auszutauschen und Ausbesserungen am Schiff vorzunehmen, wie Europa Press berichtete. Neben der "Aquarius" ist die "Open Arms" derzeit das einzige zivile Rettungsschiff, das im Mittelmeer Migranten rettet.

Afrikanische Migranten kentern vor spanischer Küste

Unterdessem sind vor der Küste Spaniens neun aus Afrika stammende Migranten in einem Holzboot auf hoher See gekentert. Die Seenotrettung der spanischen Region Andalusien rettete die Männer nach einem Notruf, wie die Nachrichtenagentur Europa Press am Samstag berichtete. Die Flüchtlinge seien nach Tarifa gebracht worden. Sie stammten den Angaben zufolge aus Ländern südlich der Sahara und hatten mit ihrem Holzboot in der marokkanischen Küstenstadt Tanger in Richtung Spanien abgelegt. Die Straße von Gibraltar zwischen Spanien und Marokko ist an ihrer engsten Stelle etwa 14 Kilometer breit.

Momentan versuchen besonders viele Migranten, über das Mittelmeer aus Nordafrika nach Spanien zu kommen. Nach Zahlen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren es seit Jahresbeginn bis zum 5. August insgesamt 23.741 Flüchtlinge und damit mehr als im ganzen Jahr 2017 (ca. 21.600).


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