Sitzung des UN-Sicherheitsrates : Sechs EU-Länder fordern bei UN Ende von türkischer Syrien-Offensive

Das türkische Militär setzt seine Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien fort.
Das türkische Militär setzt seine Offensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien fort.

Die türkische Militäroffensive in Syrien beschäftigt den UN-Sicherheitsrat. Die EU-Staaten haben eine klare Haltung.

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10. Oktober 2019, 21:36 Uhr

New York | Deutschland und fünf weitere EU-Länder haben bei den Vereinten Nationen erneut ein Ende der türkischen Militäroffensive in Syrien gefordert. "Neue bewaffnete Auseinandersetzungen im Nordosten werden die Stabilität der ganzen Region weiter gefährden, das Leid der Zivilisten vergrößern und weitere Vertreibungen mit sich bringen, die die Zahl der Flüchtlinge in Syrien und der Region vergrößern werden", teilten Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen, Großbritannien und Estland am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Estland sitzt ab dem kommenden Jahr im UN-Sicherheitsrat, Deutschland, Belgien und Polen derzeit, Frankreich und Großbritannien sind ständige Mitglieder.

Türkische Militäroffensive in Syrien Thema im UN-Sicherheitsrat

Zuvor hatte sich der Sicherheitsrat hinter verschlossenen Türen mit dem Thema beschäftigt. Deutschland hatte am Mittwoch im Namen der fünf EU-Mitgliedsländer des Rates - neben Deutschland sind das Polen, Belgien, Frankreich und Großbritannien - beantragt, das Thema am Donnerstag in einer Sitzung des Gremiums anzusprechen.

Wir glauben, dass diese Offensive das Risiko einer weiteren Destabilisierung der gesamten Region und eines Wiedererstarkens des Islamischen Staats mit sich bringt." Deutscher UN-Botschafter Jürgen Schulz


Vor der Sitzung hatte der stellvertretende deutsche UN-Botschafter Jürgen Schulz betont, dass Deutschland die Offensive "auf schärfstmögliche Weise" verurteile. "Wir glauben, dass diese Offensive das Risiko einer weiteren Destabilisierung der gesamten Region und eines Wiedererstarkens des Islamischen Staats mit sich bringt."

Anstelle dessen müsse der politische Prozess fortgesetzt werden. "Aber die türkische Offensive droht eine weitere humanitäre Katastrophe und weitere Flüchtlingsbewegungen zu entfesseln." Die Türkei hatte am Vortag eine Militäroffensive gegen kurdische Milizen in Nordsyrien begonnen.

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