Ogossagou Peulh in der Region Mopti : Schwangere und Kinder unter Opfern: Mindestens 134 Tote bei Massaker in Mali

Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund 1000 Soldaten an einer UN-Friedensmission in Mali.
Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund 1000 Soldaten an einer UN-Friedensmission in Mali.

Unter den Toten seien schwangere Frauen, kleine Kinder und Senioren.

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24. März 2019, 12:39 Uhr

Johannesburg | Im Zentrum Malis hat eine bewaffnete Gruppe ein Dorf überfallen und Einwohner massakriert. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind dabei mindestens 134 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien schwangere Frauen, kleine Kinder und Senioren. Mindestens 55 weitere wurden verletzt. "Die Zahl der Todesopfer ist grausam. Alle waren Zivilisten, es gibt viele Verletzte und eine Reihe von Häusern wurden angezündet", sagte Regierungssprecher Amadou Koita.

Wie ein Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres mitteilte, hatten bewaffnete Männer am Samstag das Dorf Ogossagou Peulh in der Region Mopti im Zentrum des Landes angriffen. Nach Angaben eines Militärsprechers töteten sie wahllos Menschen und brannten zahlreiche Häuser nieder. Die Regierung habe Truppen in das Dorf entsandt, um die Region zu stabilisieren, sagte der Sprecher. Guterres forderte die malischen Behörden auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, "um Frieden und Stabilität nach Zentralmali zurückzubringen".

Rückzugsgebiet für zahlreiche Extremisten

Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst unklar. Hintergrund könnten ethnische Konflikte zwischen den Volksgruppen der Fulbe und der Dogon sein. Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen sprach von einem "Massaker", das Dorf sei von Dogon-Jägern eingekreist und überfallen worden. Bei dem Angriff sei ein Großteil der Dorfbevölkerung ermordet worden, später seien fast alle Häuser von der angreifenden Miliz niedergebrannt worden.

Vor allem der Norden Malis ist Rückzugsgebiet für zahlreiche Gruppen islamistischer Extremisten. Immer wieder verüben sie Angriffe auf die malischen Streitkräfte oder die UN-Friedensmission, an der sich auch die Bundeswehr mit rund 1000 Soldaten beteiligt.

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