Umstrittenes Vorgehen der Laschet-Regierung : "Abiball voller Grabsteine" – Harte Kritik an frühen Schulöffnungen in NRW

Für Prüfungsvorbereitungen soll in NRW bereits in der kommenden Woche Schulen wieder öffnen.
Für Prüfungsvorbereitungen soll in NRW bereits in der kommenden Woche Schulen wieder öffnen.

In NRW sollen die ersten Schulen ab dem kommenden Donnerstag bereits wieder öffnen.

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17. April 2020, 20:42 Uhr

Düsseldorf | Das Vorhaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung, kommende Woche den Schulbetrieb wieder anlaufen zu lassen, sorgt für Proteste im Internet. Unter dem Hashtag #SchulboykottNRW meldeten sich beim Internetdienst Twitter am Freitag Tausende Benutzer zu Wort, die sich um die Gesundheit von Schülern und Lehrern sorgten. In vielen sarkastischen Grafiken wurden zum Beispiel Friedhöfe oder ein Abiball voller Grabsteine gezeigt.

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Die weiterführenden Schulen öffnen ab kommendem Donnerstag wieder die Pforten für Prüflinge der Jahrgangsstufen 10, 12 und 13. Sie sollen dort nicht nach klassischem Stundenplan unterrichtet werden, sondern gezielte Angebote zur Prüfungsvorbereitung auf das Abitur oder mittlere Abschlüsse erhalten.

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Schülern ist Teilnahme freigestellt

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte in dieser Woche betont, es sei den Schülern freigestellt, daran teilzunehmen oder zu Hause weiterzulernen. SPD und Grüne lehnen das ab. "Es ist unzumutbar, dass die Schülerinnen und Schüler sich jetzt zwischen Gesundheitsschutz für ihre Familie und Prüfungsvorbereitung in der Schule entscheiden müssen", beklagten die Grünen. Auch die SPD kritisierte "unnötigen Entscheidungsdruck" und Verunsicherung. Dagegen hatte die AfD im Schulausschuss davor gewarnt, sich von "einigen wenigen Schülern" vor den Karren spannen zu lassen, die einfach keine Prüfungen ablegen wollten. Die meisten wollten zur Schule, betonte die Fraktion.

Hören Sie auch in unserem Podcast "Coronaland": Welche Probleme und Chancen im "Homeschooling" liegen

Schulträger haben nur drei Tage Vorbereitungszeit

Dagegen warnte der Lehrerverband NRW am Freitag vor einem Frühstart, der nicht einmal die Zeit lasse, die nötigsten Hygiene- und Schutzmaßnahmen sicherzustellen. "Die Landesregierung darf Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler nicht einem solchen Gesundheitsrisiko aussetzen", unterstrich der Vizevorsitzende Sven Christoffer in einer Mitteilung. Die Schulträger haben vom Ministerium von Montag bis Mittwoch Zeit für die Vorbereitungen eingeräumt bekommen.

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