ZDF-Schalte zum Thema Flüchtlinge : Interview vor Schampus-Flaschen: Merz wehrt sich gegen Skandalisierung

Friedrich Merz kandidiert für den CDU-Vorsitz.
Friedrich Merz kandidiert für den CDU-Vorsitz.

Prosecco-Flaschen auf dem Kaminsims hinter ihm lösten wilde Mutmaßungen aus. Merz' Sprecher schaltet sich ein.

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09. März 2020, 12:45 Uhr

Berlin | Friedrich Merz redet im Fernsehen über seine Linie im Migrationsstreit und die mögliche Aufnahme von Flüchtlingskindern – doch wie passen dazu die Prosecco-Flaschen, die in Holzkisten im Hintergrund auf einem Kaminsims stehen? Auf Twitter mokierte sich ein Nutzer, dass der Kandidat für den CDU-Vorsitz womöglich kurz vor der Schalte am Sonntagabend ins "heute journal" des ZDF noch die "teuren" Flaschen im Hintergrund aufgestellt habe. Andere verstiegen sich gar zu der Aussage, dass der Schaumwein einen "hemmungslosen neolibertären Finanzkapitalismus" symbolisiere, für den Merz auch politisch stehe.

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Sprecher: Interview nicht bei Merz daheim aufgenommen

Dieser Erzählung widersprechen allerdings einige Fakten: Zum einen bewegt sich Prosecco der Marke Valdo überwiegend im erschwinglichen Bereich zwischen 7 bis 16 Euro. Die Magnum-Flasche mit drei Litern in der Holzkiste, die rechts von Merz zu sehen war, kostet rund 60 Euro.

Zum anderen stellte Merz' Sprecher Armin Peter nach einer lebhaften Diskussion auf Twitter am Montag klar, dass der konservative Ex-Unionsfraktionschef gar nicht bei sich zuhause befragt wurde, sondern in einem Berliner Vereinsheim, "bei einer Benefizveranstaltung für ein Kinderhilfswerk". Die leeren Prosecco-Flaschen und Holzkisten im Hintergrund seien Teil der Dekoration des Kaminzimmers gewesen.


Merz sagte im "heute journal" über die Migrantenkrise an der türkisch-griechischen Grenze: "Mich bewegen diese Bilder persönlich schon sehr und deshalb steht die Frage im Vordergrund, was kann Deutschland zusammen mit den anderen EU-Ländern tun, um den Menschen dort zu helfen?" Er unterstütze die CDU-Linie zur Aufnahme von Flüchtlingskindern. Die genannte Zahl 5000 erscheine ihm jedoch willkürlich und müsse überprüft werden. Zudem solle auf Türkeis Präsident Erdogan "eingewirkt" werden, "damit er sein zynisches Spiel beendet."

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