Vorstellung gemeinsamer Pläne : SPD-Vorsitz: Lange und Ahrens für raschen Austritt aus großer Koalition

Simone Lange, Oberbürgermeisterin von Flensburg, und Alexander Ahrens, Oberbürgermeister von Bautzen, sprechen bei einem Pressetermin. Sie bilden eines von mehreren Teams, die sich um den Bundesvorsitz der SPD bewerben.
Simone Lange, Oberbürgermeisterin von Flensburg, und Alexander Ahrens, Oberbürgermeister von Bautzen, sprechen bei einem Pressetermin. Sie bilden eines von mehreren Teams, die sich um den Bundesvorsitz der SPD bewerben.

Die Oberbürgermeisterin von Flensburg und das Stadtoberhaupt von Bautzen stellten erstmals gemeinsam ihre Pläne vor.

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17. August 2019, 13:05 Uhr

Leipzig | Zwei Kandidaten für den Bundesvorsitz der SPD, Simone Lange und Alexander Ahrens, haben erneut für einen Austritt aus der großen Koalition plädiert. Das müsse schnellstmöglich geschehen, erklärten beide am Samstag bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt in Leipzig.

Die Oberbürgermeisterin von Flensburg und das Stadtoberhaupt von Bautzen bilden eines von mehreren Teams, die sich um die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles bewerben. Zudem gibt es Einzelkandidaten. "Der Ausstieg aus der Koalition sollte mit der Halbzeitbilanz geschehen", sagte Lange. "Die Koalition mit der CDU 2017 war nicht notwendig", so Ahrens. Eine weitere große Koalition werde es nicht geben.

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"Die SPD hat das Potenzial, wieder 40 Prozent der Wähler zu gewinnen", sagte Lange. Doch das sei ein Langstreckenlauf. Die Partei müsse das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen. "Dazu braucht die SPD eine Führung, die Halt gibt, auf die sich die Menschen verlassen können", sagte Ahrens.

Die Partei rede seit Jahrzehnten von Erneuerung, doch nichts habe sich an den Strukturen verändert, sagte Lange. Sie plädierte unter anderem für eine Verkleinerung des Bundesvorstandes von derzeit 50 auf 30 bis 40 Mitglieder. "Wir brauchen eine arbeitsfähige Größe", sagte sie. Zudem soll der Bundesvorstand transparenter wirken und sich auch in der Fläche zeigen.

Das Rennen um die SPD-Spitze ist eröffnet – Wen wünschen Sie sich?

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich jetzt schon wieder als Kandidatin dastehe", sagte Lange. Die Kommunalpolitikerin war im April 2018 bei der Wahl zwar Andrea Nahles unterlegen, hatte mit 27,6 Prozent der Stimmen aber einen überraschenden Achtungserfolg erzielt. Sie fühle sich bestärkt durch das Ergebnis ihrer Kandidatur des vergangenen Jahres und sehe sich nicht in einer Außenseiterrolle.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die Partei zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Umweltministerin Schulze schließt Kandidatur aus

Umweltministerin Svenja Schulze hat eine Kandidatur für das Amt der SPD-Vorsitzenden ausgeschlossen. "Ich habe nicht vor, für den SPD-Vorsitz zu kandidieren", sagte Schulze am Samstag bei einer sogenannten Bürgerpressekonferenz beim Tag der offenen Tür der Bundespressekonferenz in Berlin. Sie ergänzte: "Ich finde, dass wir jetzt gute Kandidatinnen und Kandidaten haben, die das leisten können."

Sie habe auch großen Respekt für die Arbeit, die die zurückgetretene SPD-Chefin Andrea Nahles geleistet habe, sagte Schulze. "Ich finde, dass das sehr große Fußstapfen sind. Und dass das auch jemand machen muss, der mit vollem Engagement da reingehen kann." Sie fügte hinzu: "Ich habe als Ministerin mit dem ganzen Klimaschutz so viel, was da in den nächsten Wochen kommt, dass ich glaube, dass andere da besser geeignet sind."

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