Vor Gipfel mit US-Präsident Trump : Rolls Royce und Mercedes: Wie kommt Kim Jong Un an all die Luxusautos?

In Hanoi wird Kim Jong Un in einem Mercedes Pullman herumkutschiert.
In Hanoi wird Kim Jong Un in einem Mercedes Pullman herumkutschiert.

Der nordkoreanische Machthaber hat offenbar ein Faible für westliche Luxusautos. Doch wie kommt er da trotz Embargo ran?

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26. Februar 2019, 18:24 Uhr

Hanoi | Zum Gipfel musste Kim Jong Un noch mit einem Zug fahren. In Hanoi nimmt er am liebsten in einem luxuriösen Mercedes Platz. Nordkoreas Machthaber hat offenbar ein Faible für westliche Luxuslimousinen. Ob Großkarossen der Marke Mercedes oder Rolls-Royce: wenn Kim Jong Un in solchen Wagen in Pjöngjang oder anderswo vorfährt, lösen die Bilder meist Verwunderung aus. Denn diese Autos stehen als Luxusgüter auf einer Embargoliste der Vereinten Nationen. Danach dürfen sie als Folge der nordkoreanischen Atom- und Raketentests nicht in das Land exportiert werden.

Kims Luxuskarosse in Hanoi: ein Mercedes Pullman. Foto: imago/Kyodo News
Kims Luxuskarosse in Hanoi: ein Mercedes Pullman. Foto: imago/Kyodo News

Nach seiner rund 4000 Kilometer langen Fahrt in seinem gepanzerten Spezialzug stieg Kim am Dienstag in der vietnamesischen Stadt Dong Dang an der Grenze zu China wie selbstverständlich in einen Mercedes S600 Pullman Guard um und fuhr weiter nach Hanoi. Dort wird er am Mittwoch und Donnerstag erneut US-Präsident Donald Trump treffen, um über atomare Abrüstung zu reden. Seinen Pullman brachte er nach Berichten vietnamesischer Medien aus Pjöngjang mit.

Umgeht Nordkorea Sanktionen?

Im vergangenen Herbst war Kim vor einem Treffen mit US-Außenminister Mike Pompeo in Pjöngjang mit einem schwarzen Rolls-Royce vorgefahren. Schon fragten sich Kommentatoren, ob er auf eine andere Marke umgestiegen sei. Zu seinem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In im vergangenen April im Grenzort Panmunjom war er mit einem Mercedes gekommen.

Es wird angenommen, dass es Nordkorea unter Umgehung von Sanktionen, die es entschieden ablehnt, immer wieder gelingt, neue Limousinen und andere Luxusgüter ins Land zu schaffen. Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" berichtete im Oktober unter Berufung auf Daten des chinesischen Zolls, Kim habe seit seiner Machtübernahme Ende 2011 mindestens vier Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) für Luxusautos, Uhren und Juwelen ausgegeben. Besonders Luxusautos und Uhren seien als Geschenke bei "loyalen Apparatschiks" begehrt.

Von Daimler kommen die Autos nicht

In welchem Umfang der Fuhrpark der Herrscherfamilie mit westlichen Luxusfahrzeugen ausgestattet ist, ist unbekannt. Daimler betont, das Unternehmen liefere keine Limousinen nach Nordkorea. "Daimler hat seit weit über 15 Jahren keine Geschäftsbeziehungen zu Nordkorea und hält sich strikt an die US- und EU-Verordnungen", hieß es am Dienstag auf Anfrage. Um Lieferungen an das Land oder eine seiner Botschaften weltweit zu verhindern, habe das Unternehmen einen umfassenden Exportkontrollprozess eingeführt.

Was ist vom Gipfel zu erwarten?

Das Treffen von Kim und Trump in Hanoi findet am Mittwoch und Donnerstag statt. Nach Angaben des Weißen Hauses wird es am Mittwoch zunächst ein gemeinsames Abendessen der beiden Staatschefs geben. Die eigentlichen Gespräche sind für Donnerstag vorgesehen.Bei ihrem ersten Gipfeltreffen im Juni vergangenen Jahres in Singapur hatten sich die beiden Staatschefs auf eine "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" verständigt. Nicht geklärt wurde aber, was genau darunter zu verstehen ist und wie die nukleare Abrüstung erreicht und überprüft werden soll. Die Details sind nach wie vor offen.

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