Lisel Heise aus Rheinland-Pfalz : Warum eine 100-Jährige zum ersten Mal in ihren Stadtrat gewählt wurde

Lisel Heise ist mit 100 Jahren in den Stadtrat von Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz.
Lisel Heise ist mit 100 Jahren in den Stadtrat von Kirchheimbolanden in Rheinland-Pfalz.

Lisel Heise ist im Alter von 100 Jahren bei der Kommunalwahl in Rheinland-Pfalz in ihren Stadtrat gewählt worden.

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27. Mai 2019, 17:54 Uhr

Kirchheimbolanden | Mit hundert Jahren in den Stadtrat: Bei der Kommunalwahl im rheinland-pfälzischen Kirchheimbolanden hat die betagte Lisel Heise einen Sitz errungen. Sie wurde für die Liste "Wir für Kibo" – Kibo steht für Kirchheimbolanden – in den Stadtrat gewählt, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur AFP am Montag bestätigte. Die Hundertjährige war am Sonntag zum ersten Mal bei einer Stadtratswahl angetreten.

Die Liste konnte bei der Wahl zwei Sitze erringen. Heise, ursprünglich auf Listenplatz 20, bekam laut vorläufigem Endergebnis die meisten Stimmen für "Wir für Kibo". Sie rückte dadurch auf Platz 1 vor und erhielt eines von zwei Mandaten für ihre Wählergruppe. Künftig soll sie die "Wir für Kibo"-Stadtratsfraktion als Fraktionssprecherin anführen. Insgesamt erreichte "Wir für Kibo" 8,8 Prozent der Stimmen.

Darum wurde Lisel Heise gewählt

Heise ist eine ehemalige Lehrerin und begeisterte Schwimmerin. Im Wahlkampf hatte sich dafür stark gemacht, das 2011 geschlossene Freibad in Kirchheimbolanden wieder zu eröffnen. Das alte Bad war vor acht Jahren geschlossen worden. Vor ihrer Kandidatur hatte Heise verkündet:

"Wer etwas ändern will, muss sich dafür einsetzen". Lisel Heise

Für Heise ist politische Mitbestimmung keine Frage des Alters, wie sie vor der Kommunal- und Europawahl immer wieder betonte. Den Nationalismus in Europa bezeichnete sie als "Irrsinn". Mit ihren 100 Jahren hat Heise selbst den letzten Krieg und den Wiederaufbau miterlebt.

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