Klausurtagung in Stettin : Radisson-Blu-Hotel storniert AfD-Reservierung in letzter Minute

Die AfD-Spitze um Alice Weidel (l,) und Alexander Gauland muss kurz vor dem Beginn einer Klausurtagung den Veranstaltungsort wechseln.
Die AfD-Spitze um Alice Weidel (l,) und Alexander Gauland muss kurz vor dem Beginn einer Klausurtagung den Veranstaltungsort wechseln.

Die erste Klausurtagung der AfD-Fraktion seit dem Einzug in den Bundestag gerät schon vor Beginn zur Farce.

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28. Juni 2019, 18:26 Uhr

Stettin | Eine im polnischen Stettin geplante Klausur der AfD-Bundestagsfraktion an diesem Wochenende ist geplatzt. Das Hotel stornierte im letzten Moment die 160 gebuchten Zimmer für Abgeordnete und Mitarbeiter.

"Drei Stunden vorher wurde alles gecancelt", sagte Fraktionssprecher Christian Lüth der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der Schaden betrage rund 70.000 Euro. Die Absage der fest gebuchten Räume sei "unter dem Vorwand eines Stromausfalls" erfolgt. Die bis Sonntagmittag angesetzte Klausur soll nun im Fraktionssitzungssaal in Berlin stattfinden.

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AfD kündigt rechtliches Nachspiel an

Die Räume im Stettiner Hotel Radisson Blu seien "fest gebucht" gewesen, es habe einen unterschriebenen Vertrag gegeben. Man habe sich "doppelt und dreifach abgesichert", sagte Lüth. "Das wird ein rechtliches Nachspiel haben", fügte er hinzu.

Die AfD-Fraktion wollte während ihrer Klausurtagung in einem Hotel von Radisson Blu in Stettin unterkommen.
imago images / PicturePoint
Die AfD-Fraktion wollte während ihrer Klausurtagung in einem Hotel von Radisson Blu in Stettin unterkommen.

Die erste Klausur der AfD-Fraktion seit dem Einzug der Partei in den Bundestag sollte am Freitagabend um 19 Uhr mit einem Abendessen beginnen. Zu dem Treffen im westpolnischen Stettin unweit der Grenze hatten sich etwa 70 der 91 Abgeordneten angemeldet. Am Montag wollen dann die Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland bei einer Pressekonferenz über die Ergebnisse des Arbeitstreffens informieren.

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Ursprünglich hatte die Fraktion bereits Anfang März in Brandenburg in Klausur gehen wollen. Auch dort hatte der Hotelbesitzer jedoch die Zimmer storniert, weil er offenbar Proteste befürchtete. Demonstranten waren in Stettin laut Lüth aber nicht zu sehen. "Es gab nichts, alles ruhig", sagte er.

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