Hohe Spritpreise und Lebenshaltungskosten : Proteste in Paris: Staatschef Macron spricht von "Schande"

Die Pariser Polizei ist mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten im Einsatz.
Die Pariser Polizei ist mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten im Einsatz.

Am Wochenende ist es zu Ausschreitungen in der Hauptstadt gekommen.

svz.de von
24. November 2018, 13:19 Uhr

Paris | Mehrere hundert "Gelbwesten" haben am Samstagmorgen auf den Champs-Elysées in Paris gegen hohe Benzinpreise und Lebenshaltungskosten protestiert. Dabei kam es zu Rangeleien mit den Sicherheitskräften.

Die Polizei versuchte, mit Tränengas und Wasserwerfer die Demonstranten auseinanderzutreiben. Die in gelbe Warnwesten gekleideten Demonstranten versuchten ihrerseits, Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, um zum Élyséepalast, dem Amtssitz des Präsidenten Emmanuel Macron, vorzudringen.

Der Staatschef reagierte mit Empörung auf die Ausschreitungen. "Schande über jene, die die Sicherheitskräfte angegriffen haben, Schande über jene, die anderen Staatsbürgern und Journalisten gegenüber gewaltsam geworden sind", schrieb Macron bei Twitter. Für diese Gewalttätigkeiten gebe es in der Republik keinen Platz.


Zwei Menschen sind bereits ums Leben gekommen

Im Zentrum der französischen Hauptstadt waren zahlreiche Sperrzonen eingerichtet worden, in denen keine Proteste erlaubt sind. Darunter sind auch der Platz de la Concorde und die Champs-Elysées sowie der Bereich um den Élyséepalast. Das Innenministerium hatte die Grünanlage neben dem Eiffelturm, Champ de Mars, als Ort der Demonstration genehmigt. Der Vorschlag wurde von den "Gelbwesten" aber abgelehnt. Die Regierung hat 3000 Polizisten mobilisiert und befürchtet Ausschreitungen und Gewaltaktionen rechts- und linksextremer Gruppen. Seit einer Woche protestieren die "Gelbwesten" gegen die Reformpolitik von Macron. Bereits zwei Menschen sind während der landesweiten Proteste ums Leben gekommen.

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Le Pen warf Regierung Manipulation vor

Das Innenministerium hatte am Donnerstag die Grünanlage neben dem Eiffelturm, Champ de Mars, als sicheren Ort für die Demonstration genannt. Nach dem Willen der Behörden sollen sich die Menschen dort am Samstag versammeln. Rechtspopulistin Marine Le Pen kritisierte, dass die Bewegung auf der "gigantischen" Grünanlage klein wirken werde – es handele sich um eine "Manipulation", warf sie der Regierung vor. Innenminister Castaner warnte am Freitagabend: "Es gibt keine Freiheit ohne öffentliche Ordnung." Demonstrationen müssten allerdings ordentlich angemeldet werden, um die Sicherheit aller zu gewährleisten.


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