Modellprojekt des Verkehrsministeriums : Flüchtlinge sollen in Baden-Württemberg zu Lokführern ausgebildet werden

Es gibt immer weniger Lokführer. In Baden-Württemberg könnten Flüchtlinge bald aushelfen.
Es gibt immer weniger Lokführer. In Baden-Württemberg könnten Flüchtlinge bald aushelfen.

Mit einem Projekt will das baden-württembergische Verkehrsministerium die Personalengpässe bei Lokführern bekämpfen.

svz.de von
07. Januar 2019, 21:33 Uhr

Stuttgart | Geht es nach dem Verkehrsministerium in Baden-Württemberg, sollen bald 45 Flüchtlinge zu Lokführern im Regionalverkehr ausgebildet werden. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll mit diesem Modellprojekt versucht werden, die Personalengpässe im Schienenverkehr zu bekämpfen. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte dem Blatt: "Wir sind zwar formal nicht für die Ausbildung zuständig, wir handeln aber aus Verantwortung für einen gut funktionierenden Nahverkehr." Zusammen mit der Agentur für Arbeit werde die spezielle Ausbildung für Flüchtlinge initiiert. "Wir tun auch etwas Gutes für die Menschen und die Gesellschaft", sagt Hermann.

Personalengpässe dramatisch

Das Land reagiert damit auf die Probleme im Regionalverkehr. Weil keine Lok- und Triebfahrzeugführer zur Verfügung stehen, fallen in Baden-Württemberg oft Regionalzüge aus. Dazu kommt, dass die Schweizer Bundesbahnen in der Region ebenfalls um Personal werben und in den nächsten Jahren bis zu 1000 Lokführer in Baden-Württemberg in den Ruhestand gehen. "Natürlich ist es Aufgabe jedes Verkehrsunternehmens selbst auszubilden“, sagt Hermann, „aber das Gesamtsystem liegt auch in der Verantwortung des Landes". Schließlich würden sich die Reisenden auch bei ihm im Ministerium beschweren, wenn Züge ausfallen, sagte der Minister der Stuttgarter Zeitung.

2100 Euro Gehalt

In dem Modellprojekt sollen demnach an den Standorten Stuttgart, Mannheim/Karlsruhe und Hechingen/Zollernalb je 15 Flüchtlinge zum Lokführer ausgebildet werden. Sie sollen schon während der Qualifizierung angestellt sein und ein Gehalt in Höhe von 2100 Euro beziehen. Voraussetzung sei, dass die Flüchtlinge neben einem dauerhaften Aufenthaltstitel gute Deutschkenntnisse mitbrächten.

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