Ewige Debatte um Fahrtauglichkeit : Pflicht-Tests für alte Autofahrer: Jetzt meldet Scheuer sich zu Wort

Andreas Scheuer meldet sich in der Debatte um einen verpflichtenden Test für ältere Autofahrer zu Wort.
Andreas Scheuer meldet sich in der Debatte um einen verpflichtenden Test für ältere Autofahrer zu Wort.

Sollten ältere Autofahrer zum Fahreignungstest verpflichtet werden? Der Verkehrsminister skizziert eine Zukunftsvision.

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06. Februar 2019, 11:03 Uhr

Berlin | Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt verpflichtende Tests für ältere Autofahrer ab. "Einen Verkehrstest für Senioren wird es mit mir nicht geben", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aus der Unfallstatistik ergeben sich keine Auffälligkeiten. Unfälle können einem 21 Jahre alten Fahrer genauso passieren wie einer 81 Jahre alten Fahrerin."

Vom Automobilclub ADAC hieß es: "Ältere Autofahrer verhalten sich im Straßenverkehr in aller Regel vorsichtig, eher defensiv und vorausschauend." Menschen ab 65 Jahren verursachten etwa 16 Prozent der Unfälle mit Verletzten, obwohl sie 21 Prozent der Bevölkerung ausmachten, teilte der ADAC am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit.

Scheuer setzt auf Eigenverantwortung

Wie der ADAC setzt auch Verkehrsminister Scheuer auf Eigenverantwortung. Das bedeute, "dass jeder immer wieder selbst seine Fitness und seine Fähigkeiten im Straßenverkehr überprüft". Eine Verpflichtung, dies ab einem bestimmten Alter zu machen, komme jedoch nicht infrage.

Scheuer rechnet nach eigener Aussage damit, dass ältere Menschen dank autonomen und automatisierten Systemen "in naher Zukunft (...) nicht mehr unbedingt selbst fahren müssen". Gerade auf dem Land könnten Ältere so mobil bleiben. "Sie rufen ein autonom fahrendes Auto, können mit Freunden oder Nachbarn einsteigen und sich zu Apotheke oder Supermarkt bringen lassen. Das wird bald Realität werden und ist die größte Chance, um gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen", sagte der Verkehrsminister.

Über Fahrtests für betagte Autofahrer wird immer wieder mal diskutiert. In Großbritannien gab es kürzlich eine solche Debatte, nachdem Prinz Philip einen Unfall hatte, bei dem der 97-Jährige selbst am Steuer saß. Der ADAC wies auf freiwillige Fahr-Fitness-Checks hin, die gut angenommen würden.

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