4694 Tonnen in Deutschland : Umstrittenes Unkrautgift: Verkauf von Glyphosat 2017 gestiegen

Glyphosat in einem Unkrautvernichtungsmittel: Die Große Koalition will gegen das Pflanzenschutzmittel vorgehen. Foto: Imago/Christian Ohde
Glyphosat in einem Unkrautvernichtungsmittel: Die Große Koalition will gegen das Pflanzenschutzmittel vorgehen. Foto: Imago/Christian Ohde

Davor war der Verkauf jahrelang gesunken. Das Unkrautgift steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

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18. September 2018, 23:12 Uhr

Berlin | Der Absatz des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat hat in Deutschland im vergangenen Jahr zugenommen. Er lag im Jahr 2017 bei 4694 Tonnen, wie aus einem Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervorgeht. 4655 Tonnen davon entfielen auf berufliche Anwender, 39 Tonnen auf nichtberufliche wie Hobbygärtner.

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Von 2014 bis 2016 war der Absatz jedes Jahr zurückgegangen, 2016 hatte er bei 3780 Tonnen gelegen. Die große Koalition aus CDU, CSU und SPD hat im Koalitionsvertrag angekündigt, die Glyphosatanwendung "so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden".

"Von alleine löst sich das nicht"

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein, steht aber bei Naturschützern vor allem auch wegen seines negativen Einflusses auf die biologische Vielfalt in der Kritik. Es ist ein sogenanntes Total-Herbizid.

Im Bericht des BVL ist der Absatz unter Organophosphor-Herbizide gelistet. Zu dieser Gruppe zählt auch der Wirkstoff Glufosinat, er wird aber laut Bericht in Deutschland nur exportiert, nicht im Inland abgesetzt. "Dass der Glyphosat-Absatz in Deutschland im letzten Jahr wieder deutlich zugenommen hat, zeigt deutlich, dass sich hier von alleine gar nichts löst", kommentierte der Grünen-Agrarexperte Harald Ebner die Zahlen. "Mit fast 4700 Tonnen reiner Wirkstoffmenge ist Glyphosat nach wie vor die Nummer eins unter den Ackergiften in Deutschland."

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