Gegen Dokumentenfälschung : Passbilder müssen direkt vom Fotostudio ins Amt geschickt werden

Passbild-Fotografen müssen künftig das Bild digital ans Amt übermitteln, statt es auszudrucken. (Symbolbild)
Passbild-Fotografen müssen künftig das Bild digital ans Amt übermitteln, statt es auszudrucken. (Symbolbild)

Die Bundesregierung hat ein Gesetz für mehr Sicherheit von Ausweisdokumenten beschlossen. Was sich für Bürger ändert.

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03. Juni 2020, 13:59 Uhr

Berlin | Fotos für Ausweisdokumente müssen künftig ausschließlich digital von privaten Dienstleistern oder direkt vor Ort in der Behörde erstellt werden. Das regelt das vom Bundeskabinett am Mittwoch gebilligte Gesetz für mehr Sicherheit im Passwesen. Dadurch soll Dokumentenfälschung unterbunden werden.

In Zukunft sind Fotostudios und Fotografen dazu verpflichtet, ein Passfoto ausschließlich digital zu erstellen und über eine sichere Übermittlung an die Passbehörde zu schicken. Alternativ kann das Lichtbild auch direkt vor Ort in der Behörde und unter Aufsicht eines Mitarbeiters gemacht werden. Mit der Neuregelung ist es künftig nicht mehr möglich, ein eigenes Foto mitzubringen, um es in den Ausweis aufnehmen zu lassen.

Betrüger erstellen fiktive Gesichter mittels Morphing

Hintergrund der Regelung ist das sogenannte Morphing: Dabei werden die Fotos zweier Menschen zu einem Bild verschmolzen, was mithilfe von frei verfügbaren Computerprogrammen möglich ist. Dies kann unter Umständen auch einem Unbefugten, dessen Gesichtszüge im Foto enthalten sind, den Gebrauch des Passes ermöglichen.

Zunächst war angedacht, dass Passfotos verpflichtend im Amt aufgenommen werden müssen. Davon rückte die Regierung nun ab.

Weiterlesen: Passbilder soll nur noch das Amt machen – was Sie jetzt wissen müssen

Eine weitere Änderung betrifft die Ermittlungsbefugnisse der Polizei. Derzeit können die deutschen Behörden in Fällen, in denen von ausländischen Behörden nur die Seriennummer eines Ausweisdokumentes mitgeteilt wird, keine weiteren Ermittlungen anstellen. Mit der neuen Regelung ist es Polizisten im Fahndungsfall gestattet, die zu einer Seriennummer gespeicherten Daten direkt bei den ausstellenden Behörden zu erfragen und dort weiter zu ermitteln.

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