Prominente Unterstützer : "Geschichtslüge": Frühere DDR-Bürgerrechtler verurteilen AfD-Wahlwerbung

Der Vergleich mit 1989 hinkt gewaltig, meinen ehemalige DDR-Bürgerrechtler.
Der Vergleich mit 1989 hinkt gewaltig, meinen ehemalige DDR-Bürgerrechtler.

Ostdeutsche Bürgerrechtsvertreter strafen die AfD-Wahlkampf-Parolen in Brandenburg und Sachsen als "absurd" ab.

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20. August 2019, 14:48 Uhr

Berlin | In einer offenen Erklärung haben Ostdeutsche und frühere DDR-Bürgerrechtler der AfD vorgeworfen, die friedliche Revolution von 1989 zu vereinnahmen. Mit Wahlkampf-Parolen wie "Vollende die Wende" werde unterstellt, die friedliche Revolution von 1989 sei nicht erfolgreich gewesen.

Zugleich behaupte die AfD, in Deutschland herrschten heute ähnliche Verhältnisse wie in der DDR, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Papier "Nicht mit uns: Gegen den Missbrauch der Friedlichen Revolution 1989 im Wahlkampf". Gegen derartige "absurde" Gleichsetzungen und Aneignungsversuche verwahrten sich die "an den 89er-Geschehnissen aktiv beteiligten Bürger und Bürgerinnen".

DDR mit heutiger Bundesrepublik nicht vergleichbar

Wenn sich die AfD nun "als Vollender einer angeblich unvollkommenen Revolution" anpreise und zum Aufstand aufrufe, werde "eine Geschichtslüge verbreitet", so die Autoren. "Die DDR war eine kommunistische Diktatur, und die Bundesrepublik ist eine freiheitliche Demokratie."

Wer die Unterschiede zwischen DDR und Bundesrepublik nicht anerkenne, verharmlose die SED-Diktatur, hieß es weiter. Um die Gesellschaft gemeinsam zu verbessern brauche es "keine Spalterpartei wie die AfD".

Deutschland braucht keine Revolution 2.0, wir werden nicht unterdrückt, wie es die Staatssicherheit im Auftrag der SED praktizierte. Wir lehnen Parolen wie: 'Hol Dir Dein Land zurück – vollende die Wende!', die etwa die Brandenburger AfD im Wahlkampf einsetzt, ab. Das ist bereits unser Land! Frank Ebert (Ilko-Sascha Kowalczuk), Uwe Schwabe (Archiv Bürgerbewegung Leipzig) und Ilko-Sascha Kowalczuk (stellv. Erstunterzeichner)


Zu den mehr als 110 Unterzeichnern der Erklärung gehören die frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, der Schauspieler Jan Josef Liefers und der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD).

In Brandenburg und Sachsen werden am 1. September neue Parlamente gewählt, in Thüringen am 27. Oktober.

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