Dumping-Preise im Luftverkehr : Österreich kündigt Mindestpreis für Flugtickets von rund 40 Euro an

Mindestens 40 Euro sollen Flugtickets künftig kosten, geht es nach der Regierung in Österreich. (Symbolbild)
Mindestens 40 Euro sollen Flugtickets künftig kosten, geht es nach der Regierung in Österreich. (Symbolbild)

Für 15 Euro von Wien nach London? Mit solchen Billigpreisen soll vorerst Schluss sein, meint die Regierung in Wien.

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08. Juni 2020, 18:23 Uhr

Wien | Im Kampf gegen Dumping-Preise im Luftverkehr will Österreich einen Mindestpreis für Flugtickets von rund 40 Euro einführen. Damit solle "gewissen Exzessen" und deren sozialen und ökologischen Folgen ein Riegel vorgeschoben werden, sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Montag in Wien. Zudem kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an, dass die Regierung der angeschlagenen Fluggesellschaft Austrian Airlines mit 450 Millionen Euro unter die Arme greifen wolle.

Mit dem neuen Mindestpreis soll nach Angaben von Umweltministerin Leonore Gewessler künftig vermieden werden, dass Flugtickets angeboten werden, die billiger sind als die tatsächlichen Kosten. Der Beschluss der Regierung bedeute "das Ende von Ein-Euro-Tickets". Dies sei notwendig, um dem Ziel eines nachhaltigeren und fairen Flugverkehrs näher zu kommen. Nach den Beschlüssen der Regierung müssen in den Preisen für Flugtickets zudem künftig alle Gebühren, Steuern und Abgaben enthalten sein.

Multimillionenpaket für Austrian Airlines

Zugleich teilte sie mit, dass sie der österreichischen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) mit Zuschüssen und Krediten im Gesamtumfang von 450 Millionen Euro unter die Arme greifen wolle. Mit einer Unterstützung von 600 Millionen Euro soll die Airline die Corona-Krise überstehen. Die Hälfte davon entfalle auf staatlich garantierte Bankkredite, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien.

150 Millionen erhalte die AUA von der Republik als frisches Eigenkapital. 150 Millionen Euro schieße die Mutter Lufthansa zu. Im Gegenzug erhalte Österreich eine zehnjährige Standortgarantie für die AUA. Das sei eine gute Nachricht für den Standort Österreich generell, so Kurz. Viele unter den 7000 AUA-Mitarbeitern könnten aufatmen. "Diese Einigung wird dazu führen, dass die Masse dieser Arbeitsplätze aufrecht erhalten bleiben kann", so der Regierungschef.

Besonders wichtig sei der Regierung die Zusage der Lufthansa gewesen, dass der Standort im gleichen Maße wachsen solle wie die Standorte München und Frankfurt, so Kurz. Die AUA war wie die Lufthansa durch die Corona-Krise in eine äußerst bedrohliche Lage geraten. Schon vor einiger Zeit hatte die Schweiz milliardenschweren Staatshilfe für die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss gebilligt. Auch für Brussels Airlines wird eine staatliche Hilfe angestrebt.

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