Kommentar : Nicht immer nur Klima, Klima, Klima

Deutsches Neubaugebiet: Der Flächenfraß trägt zum Artensterben bei, für Wohnhäuser, Gewerbe und Landwirtschaft, ebenso die allgemeine Umweltverschmutzung. Es sollte sich nicht alles immer nur ums Klima drehen. Foto: Oliver Berg/dpa
Deutsches Neubaugebiet: Der Flächenfraß trägt zum Artensterben bei, für Wohnhäuser, Gewerbe und Landwirtschaft, ebenso die allgemeine Umweltverschmutzung. Es sollte sich nicht alles immer nur ums Klima drehen. Foto: Oliver Berg/dpa

Wissenschaftler warnen vor einem unvergleichlichen und nicht wieder gut zu machendem Artensterben. Der Grund: der Mensch. Und das ganz ohne Klimawandel. Gut, dass auch wieder andere Faktoren der Naturzerstörung ins Blickfeld geraten, meint unser Kommentator.

von
06. Mai 2019, 18:33 Uhr

Schwerin | Wie sich der Klimawandel auf die Arten auf einer bestimmten Fläche auswirkt, weiß kein Mensch genau. Was passiert, wenn sich dort eine neue Mehrzweckhalle oder Autobahn findet, lässt sich hingegen ziemlich exakt beobachten: Unter Beton summen keine Bienen mehr.

Umso erstaunlicher ist es, dass vage und oft falsche Klimavorhersagen die halbe Republik in Aufruhr versetzen, der praktische Naturschutz aber in den Hintergrund gerät. Autos reißen Schadstoffwerte? Auch hier war die Aufregung groß. Wen aber schert es, dass Deutschland das festgelegte, maximale Flächenfraß durch neue Baugebiete krass überschreitet? Das zu ändern, hätte unbequeme Folgen, weshalb viele dann doch lieber über Autokonzerne schimpfen, bevor sie ihre Avocado löffeln und zum nachhaltigen Wandern nach Gomera fliegen.

Im Flur stapelt sich derweil der Verpackungsmüll aus den Online-Bestellungen, draußen wechseln sich graue Schottergärten und Kirschloorbeer ab.

Irrwege auch woanders. Supermärkte werden dafür gefeiert, Plastiktüten abzuschaffen. In Wahrheit haben sie sie zum Produkt gemacht, während kaum noch ein verarbeitet angebotenes Lebensmittel ohne tropisches Palmöl auskommt, Hauptsache vegan.

Höchste Zeit deshalb, den Natur- und Artenschutz wieder ganzheitlich und nicht auf die Erderwärmung reduziert zu betrachten – ökologisch halt, was als Wort und Wert vor lauter Klimaangst ein wenig aus der Mode gekommen ist.

Gut, dass einige Wissenschaftler hier gegensteuern.

Folgen Sie unserem Autoren gerne bei Twitter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen