Künftig internationaler Standard : Konvention gegen Belästigung am Arbeitsplatz beschlossen: "Höchste Zeit"

439 Delegierte stimmten für die Konvention und die dazugehörigen Empfehlungen, sieben stimmten dagegen, 30 enthielten sich.
439 Delegierte stimmten für die Konvention und die dazugehörigen Empfehlungen, sieben stimmten dagegen, 30 enthielten sich.

Vor allem Frauen werde der neue Vertrag helfen, meint der ILO-Generaldirektor.

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21. Juni 2019, 19:20 Uhr

Genf | Im Kampf gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt können Betroffene sich künftig auf eine internationale Konvention berufen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat am Freitag in Genf mit großer Mehrheit ein entsprechendes Übereinkommen verabschiedet. Es bekräftigt das Recht auf einen Arbeitsplatz ohne Gewalt und Belästigung. Die Konvention tritt zwölf Monate, nachdem zwei Staaten sie ratifiziert haben, in Kraft.

Besonders Frauen seien von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz betroffen, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. "Es war höchste Zeit für diesen Schritt. Dies wird in aller Welt für viele Menschen am Arbeitsplatz einen großen Unterschied machen."

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Die ILO feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Sie soll den Weltfrieden durch die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Menschen zu fördern. Sie hat Dutzende Abkommen und Empfehlungen zu Arbeitsnormen verabschiedet. Ein neuer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die Herausforderungen durch den Technologiewandel.

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Konvention enthält Vorschriften und Ratschläge

Das Übereinkommen verbietet Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz und schreibt sowohl Vorschriften vor, die so etwas verhindern sollen, als auch Unterstützung für Opfer. Für den Text gab es 439 Stimmen, dagegen sieben und 30 Enthaltungen. In der ILO sind Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten. Die Regierungen haben zwei Stimmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer je eine Stimme.

Die 187 Mitgliedsländer hatten darum gestritten, ob der Schutz von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- oder Intersexuellen (LGBTI) besonders erwähnt werden soll. "Es war umstritten", räumte Ryder ein. "Im Interesse eines Konsenses wurde entschieden, es bei einem allgemeinen Ausdruck zu lassen: gefährdete Gruppen." So heißt es, Regierungen sollten Gesetze zum Schutz von "Arbeitern und anderen Menschen, die zu einer oder mehreren gefährdeten Gruppen" gehören, verabschieden.

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