Gewaltsame Proteste gegen Einbürgerungsgesetz : Massive Ausschreitungen in Neu Dehli – 20 Tote

In Indien demonstrieren zahlreiche Menschen gegen ein Einbürgerungsgesetz. Verschiedene Gruppen gehen mit Steinen und Stöcken aufeinander los.
In Indien demonstrieren zahlreiche Menschen gegen ein Einbürgerungsgesetz. Verschiedene Gruppen gehen mit Steinen und Stöcken aufeinander los.

In Neu Dehli eskaliert die Gewalt. Muslime protestieren gegen ein Einwanderungsgesetz, Gruppen bekriegen sich.

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26. Februar 2020, 11:52 Uhr

Neu Delhi | Mindestens 20 Menschen sind bei den schlimmsten gewaltsamem Zusammenstößen seit Jahrzehnten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi ums Leben gekommen. Zudem seien rund 190 Verletzte in ein örtliches Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher des Guru-Teg-Bahadur-Krankenhauses am Mittwoch.

Bei den Ausschreitungen sind auch Polizisten verletzt worden.
dpa/Manish Swarup
Bei den Ausschreitungen sind auch Polizisten verletzt worden.

Auch rund 40 Polizisten wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ob die verletzten Polizisten in der vom Krankenhaus genannten Zahl enthalten sind, war zunächst unklar. Seit Anfang der Woche gingen demnach verschiedene Gruppen mit Steinen und Stöcken aufeinander los. Auch Moscheen, Läden und Autos wurden in Brand gesteckt, wie Fernsehbilder zeigen.

Proteste gegen Einbürgerungsgesetz

Hintergrund der Gewalt sind Proteste gegen ein vom hindunationalistischen Premierminister Narendra Modi durchgedrücktes Einbürgerungsgesetz, das nach Ansicht von Kritikern gezielt Muslime diskriminiert. Seit Wochen haben Zehntausende Menschen gegen das Gesetz protestiert, bei einigen Protesten gab es Gewalt und Tote.

Die neusten Ausschreitungen fanden im Nordosten der Hauptstadt statt, wo besonders viele Muslime leben. Schlimm waren sie auch, als Anfang Woche US-Präsident Donald Trump zu einem Staatsbesuch in Indien war. Trump sagte, dass er mit Modi über das Thema gesprochen habe, Modi habe ihm versichert, dass es in Indien Religionsfreiheit gebe.

Muslime sind Indiens größte religiöse Minderheit, sie machen rund 14 Prozent der indischen Bevölkerung aus, rund 80 Prozent sind Hindus. Das kontroverse Gesetz erleichtert vielen illegal eingereisten Migranten aus drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern die Einbürgerung – sofern sie keine Muslime sind.

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