Nach Missbrauchsvorwürfen : Hunderte demonstrieren gegen Trumps Supreme-Court-Kandidaten Kavanaugh

Eine Demonstrantin macht mit ihrem Schild deutlich, was sie von Rick Kavanaugh hält. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa
Eine Demonstrantin macht mit ihrem Schild deutlich, was sie von Rick Kavanaugh hält. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

Die von Präsident Trump angestrebte Ernennung von Brett Kavanaugh zum Supreme-Court-Richter soll so verhindert werden.

von
24. September 2018, 22:48 Uhr

Washington | Hunderte Demonstranten sind in Washington vor die Büros von US-Senatoren gezogen, um die von Präsident Donald Trump angestrebte Ernennung von Brett Kavanaugh zum Supreme-Court-Richter zu verhindern. Die Demonstranten übten damit am Montag Druck auf die republikanischen Senatoren Susan Collins, Jeff Flake und Benjamin Sasse aus. Besonders bei Collins und Flake ist die Zustimmung zur Ernennung Kavanaughs womöglich nicht ganz sicher. Auch Sasse hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch gegenüber US-Präsident Donald Trump geäußert, dessen Wunschkandidat Kavanaugh ist.

Missbrauchsvorwürfe haben Kavanaugh schwer unter Druck gesetzt. Inzwischen haben zwei Frauen Kavanaugh sexuelle Übergriffe in den 1980er-Jahren vorgeworfen. Als erste potenziell Betroffene hatte sich die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford zu Wort gemeldet. Sie und Kavanaugh sollen am Donnerstag im US-Senat getrennt angehört werden. Trump hatte sich am Montag hinter Kavanaugh gestellt. Für die Ernennung Kavanaughs ist eine Mehrheit im Senat notwendig, die schon bei zwei republikanischen Abweichlern gefährdet sein könnte.

Brett Kavanaugh. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Jacquelyn Martin/AP/dpa
Brett Kavanaugh. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

"Wir versuchen alles, um die Bestätigung Kavanaughs soweit wie möglich hinauszuzögern", sagte die 38-jährige Linda Sarsour, eine der Organisatorinnen der Proteste. "Es kann nicht sein, dass ein potenzieller Missbrauchstäter für das Oberste Gericht unserer Nation bestätigt werden könnte." Die Jurastudentin Alyssa Peterson (26) von der Universität Yale - die nach eigenen Angaben bereits selber Missbrauch erleben musste - sagte: "Als zukünftige Juristen dieses Landes fordern wir einen Supreme Court mit Richtern, die für die Rechte von Missbrauchsopfern, Frauen und Minderheiten einstehen."

Etwa 40 Menschen wurden bei den Protesten wegen Verstoßes gegen die Hausordnung in dem Senatsgebäude festgenommen, wie ein Polizist vor Ort sagte. Unter den Demonstranten waren viele junge Frauen und zahlreiche Studenten der Universität Yale, die auch Kavanaugh besucht hatte. Die Demonstranten zogen anschließend vor das Gebäude des Supreme Courts, dem höchsten Gericht der USA.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen