"Kein Pakt mit Faschisten" : Tausende demonstrieren in Erfurt gegen Bündnisse mit der AfD

Die Veranstalter sprechen von mehr als 18.000 Teilnehmern bei der Demonstration in Erfurt.
Die Veranstalter sprechen von mehr als 18.000 Teilnehmern bei der Demonstration in Erfurt.

In Thüringen sind zehn Tage nach der umstrittenen Ministerpräsidentenwahl Tausende Menschen auf die Straße gegangen.

von
15. Februar 2020, 17:33 Uhr

Zehn Tage nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD haben am Samstag in Erfurt tausende Menschen gegen Bündnisse mit den Rechtspopulisten auf allen politischen Ebenen demonstriert. Die Teilnehmer setzten damit "ein deutliches Zeichen der offenen und solidarischen Gesellschaft", wie die Organisatoren erklärten. Die Wahl Kemmerichs sei ein politischer Tabubruch gewesen.

Lesen Sie zum Thema auch: Erfurter Bürger sprechen von "Wahlbetrug" – eine Stadt in Aufruhr

Die Organisatoren der Kundgebung sprachen von mehr als 18.000 Teilnehmern. "Kein Platz für Nazis" oder "1933 lässt grüßen" war auf Plakaten zu lesen, die von den Demonstranten in der thüringischen Landeshauptstadt hochgehalten wurden. Bundesweit aufgerufen zur Teilnahme an der Demonstration hatte das Bündnis Unteilbar. Motto der Veranstaltung war "Nicht mit uns - kein Pakt mit Faschisten - niemals und nirgendwo".

"Die Tür krachend zuschlagen"

"Durch den Pakt mit der AfD haben CDU und FDP der extremen Rechten die Tür zur Macht einen Spalt breit geöffnet", sagte eine Sprecherin von Unteilbar. Dank der nicht nachlassenden Proteste sei es "uns als Zivilgesellschaft gelungen, diese Tür krachend wieder zuzuschlagen".

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell erklärte, Ausgrenzung, Hass und Hetze hätten noch nie zu einem besseren Leben für alle geführt. "Das ist die Lehre der Geschichte. Der sind wir verpflichtet."

"Die AfD relativiert heute offen den Nationalsozialismus."

Reinhard Schramm von der Jüdischen Gemeinde mahnte, der gemeinsame Kampf der Demokraten gegen die rechte AfD dürfe nicht der Konkurrenz um die politische Führung Thüringens geopfert werden. "Die AfD relativiert heute offen den Nationalsozialismus." Sie propagiere Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass. "Damit ist die AfD mitschuldig an der Zunahme rechtsextremistischer Verbrechen."

"Und wenn wir es zulassen, wird die AfD morgen die Demokratie beseitigen", sagte Schramm weiter. Sie werde auch die CDU und FDP nicht verschonen.

Der FDP-Politiker Kemmerich war am 5. Februar mit den Stimmen der AfD gewählt worden. Angesichts massiven Drucks aus Berlin trat der FDP-Politiker nach drei Tagen im Amt zurück und ist seitdem lediglich geschäftsführend im Amt.

Lesen Sie zum Thema auch: Umfrage – Mehrheit der Thüringer für Landtags-Auflösung

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen