Luft wie in Raucherkneipe : Mit Kindern an Bord: Ärzte unterstützen Rauchverbot in Autos

Für Kinderlungen ist das Passivrauchen besonders gefährlich.
Für Kinderlungen ist das Passivrauchen besonders gefährlich.

Neben einem Rauchverbot bei Fahrten mit Kindern und Schwangeren soll auch die Plakat- und Kinowerbung eingestellt werden.

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26. Oktober 2018, 06:40 Uhr

Berlin | Die deutschen Ärzte unterstützen einen Vorstoß der Länder-Gesundheitsminister für ein bundesweites Rauchverbot in Autos bei Fahrten mit Kindern und Schwangeren. "Zigarettenrauch gehört nicht in Kinderlungen", erklärte die Bundesärztekammer am Donnerstag in Berlin. Die Bundesregierung sei am Zug. Mit einem Verbot würden Ungeborene und Kinder besser vor den schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden durch Passivrauchen geschützt. Zudem werde es höchste Zeit, dass Deutschland als letztes EU-Land auch die Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte verbiete. "Der Gesundheitsschutz hat einen höheren Stellenwert als die Absatzförderung der Tabakindustrie."

Luft so kontaminiert wie in einer Raucherkneipe

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hatte kürzlich auf die Gefahren durch Passivrauchen in Autos hingewiesen. Schon bei drei oder vier konventionellen Zigaretten sei die Luft "so kontaminiert wie in einer Raucherkneipe". Auch bei Elektrozigaretten sei die Luft mit Aerosolen belastet, die Atemwege gerade von Kindern angreifen. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte die Bundesregierung in einem Beschluss zu einem bundesweiten Verbot aufgefordert, wie der baden-württembergische Ressortchef Manne Lucha (Grüne) am Montag als Initiator mitgeteilt hatte.

Plakat- und Kinowerbung verbieten

Mortler will sich ebenfalls für einen neuen Anlauf für ein Verbot der Zigarettenwerbung auf Plakaten und im Kino starkmachen. In der vergangenen Wahlperiode hatte sich das Kabinett auf einen Entwurf geeinigt. Das Gesetz wurde aber nie beschlossen. Vor allem die Unionsfraktion sperrte sich dagegen.


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