"Extinction Rebellion" : Blut fließt die Stufen hinunter: Aufsehenerregende Protestaktion in Paris

Mitglieder der Umweltorganisation 'Extinction Rebellion' (XR) haben literweise Kunstblut über die Stufen der Trocadero-Treppe geschüttet.
Mitglieder der Umweltorganisation "Extinction Rebellion" (XR) haben literweise Kunstblut über die Stufen der Trocadero-Treppe geschüttet.

Aktivisten inszenierten ein buchstäbliches Blutvergießen auf der Treppe des Trocadéro-Palasts in Paris.

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12. Mai 2019, 15:10 Uhr

Paris | Mitglieder der militanten Umweltorganisation "Extinction Rebellion" haben am Sonntag über die Stufen des Palais du Trocadéro literweise Kunstblut ausgeschüttet. Die Polizei war schnell zur Stelle, konnte die Sauerei aber nicht verhindern.

Mit der Aktion reagieren die Umweltschützer auf den jüngsten Bericht des Weltbiodiversitätsrates. Demnach sind auf der Erde eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – nie war das Artensterben größer.

Mit selbstgerührtem Kunstblut gegen den ökologischen Kollaps: Die Bewegung XR protestiert effektvoll. Foto: AFP/FRANCOIS GUILLOT
Mit selbstgerührtem Kunstblut gegen den ökologischen Kollaps: Die Bewegung XR protestiert effektvoll. Foto: AFP/FRANCOIS GUILLOT

Auf Bannern der Aktivisten stand "Stoppt die Massenausrottung". Um ihrer Warnung vor dem raschen Rückgang der Artenvielfalt Nachdruck zu verleihen kippten sie rund 300 Liter Kunstblut – eine Mischung aus Wasser mit Lebensmittelfarbe und Speisestärke – über die Treppe des Trocadéro. Dies hatten sie in Flaschen und Kanistern mitgebracht:

Die "blutige" Aktion lockte viele Schaulustige an. Nach einigen Schweigeminuten säuberten sie den Platz wieder, berichten Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

Im Interview mit französischen Medien brachten die Aktivisten ihren Frust mit den Regierungen zum Ausdruck, die ihrer Ansicht nach nicht genug gegen das Artensterben unternähmen.

Die französische Gruppe von 'Extinction Rebellion' hat sich erst in den vergangenen Monaten zusammengefunden. Nun sorgen sie mit einer spektakulären Protestaktion für Aufsehen. Foto: AFP/FRANCOIS GUILLOT
Die französische Gruppe von "Extinction Rebellion" hat sich erst in den vergangenen Monaten zusammengefunden. Nun sorgen sie mit einer spektakulären Protestaktion für Aufsehen. Foto: AFP/FRANCOIS GUILLOT

Die Bewegung "Extinction Rebellion", kurz XR, wurde im vergangenen Jahr von britischen Wissenschaftlern gegründet und hat in rund 50 Ländern Kollektive gebildet. Die Aktivisten fordern von den Regierungen weltweit, einen Klima-Notstand auszurufen, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2025 auf Null zu senken und das Artensterben zu stoppen. Am 27. September 2019 rufen XR gemeinsam mit anderen internationalen Umweltbewegungen – etwa "Fridays for Future" – zu einem der bisher größten globalen Klimaproteste auf.

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