Umstrittene Personalie : Merkel rechtfertigt Maaßen-Versetzung – Neue Stelle für Gunther Adler

Das macht sie im Ausland selten: Angela Merkel kommentiert in Salzburg die umstrittene Maaßen-Beförderung. Foto: Franz Neumayr/APA/dpa
Das macht sie im Ausland selten: Angela Merkel kommentiert in Salzburg die umstrittene Maaßen-Beförderung. Foto: Franz Neumayr/APA/dpa

Der vom Ex-Verfassungsschutzchef verdrängte SPD-Staatssekretär soll doch nicht in den Ruhestand entlassen werden.

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19. September 2018, 22:35 Uhr

Salzburg/Berlin | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Beförderung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen zum Staatssekretär verteidigt. Zugleich machte sie am Mittwochabend vor Beginn eines informellen EU-Gipfels im österreichischen Salzburg deutlich, dass der im Innenministerium bisher für den wichtigen Bereich Wohnen und Bauen zuständige Staatssekretär Gunther Adler, ein SPD-Mann, eine neue Aufgabe bekommen soll.

Adler soll wegen des Wechsels von Maaßen ins Innenministerium als Staatssekretär abgelöst werden. CSU-Chef und Innenminister Horst Seehofer hatte am Mittwoch angekündigt, dass der 55-Jährige in den einstweiligen Ruhestand versetzt werde. Der Plan hat den Unmut in der SPD über die Beförderung Maaßens erheblich verstärkt.

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Ungewöhnliche Stellungnahme

Merkel machte nun deutlich, dass sie die Arbeit Adlers sehr schätze und dass sich alle Seiten darauf verständigt hätten, dass dieser "sehr schnell" eine "angemessene Position" bekommen solle. Es ist eigentlich ungewöhnlich, dass Merkel im Ausland von sich aus Stellung zu innenpolitischen Themen nimmt.

Organigramm: Das Bundesinnenministerium bis zur Abteilungsebene. Grafik: dpa/A. Brühl/A. Stober
dpa-infografik/A. Brühl/A. Stober
Organigramm: Das Bundesinnenministerium bis zur Abteilungsebene. Grafik: dpa/A. Brühl/A. Stober

Zu Maaßen sagte sie, es sei notwendig, "dass alle die Koalition tragenden Parteien auch Vertrauen haben in die Arbeit des Präsidenten des Verfassungsschutzes. Dieses Vertrauen ist in Teilen der Koalition nicht gegeben gewesen." Deshalb hätten die drei Vorsitzenden der Koalitionsparteien entschieden, dass Maaßen in Zukunft für diese Aufgabe nicht mehr zuständig sei, "weder als Präsident des Bundesamtes noch im Bundesinnenministerium. Ich glaube, das war eine richtige und wichtige Entscheidung".

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