Repräsentative Umfrage : Mehrheit der Deutschen fordert Helmpflicht für Radfahrer

Die meisten Kinder tragen Fahrradhelme zum Schutz vor Stürzen. Erwachsene haben oft Nachholbedarf. Ob ein Gesetz helfen kann?
Die meisten Kinder tragen Fahrradhelme zum Schutz vor Stürzen. Erwachsene haben oft Nachholbedarf. Ob ein Gesetz helfen kann?

Das Thema "Fahrradhelm" scheint die Deutschen zu bewegen. Erst kürzlich gab es einen Eklat um eine neue Werbekampagne.

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29. März 2019, 11:54 Uhr

Köln | In Helm und Höschen posiert ein Pärchen auf einem Bett, ihre Köpfe zieren zwei Fahrradhelme. "Sieht doof aus, rettet aber mein Leben", steht darunter frei übersetzt. Bei dem Bild handelt es sich um eine Werbekampagne pro Fahrradhelme des Bundesverkehrsministerium unter der Führung von CSU-Politiker Andreas Scheuer. Die Kampagne ging gründlich nach hinten los und erzürnte darüber hinaus Sexismus-Gegner.

Das Thema "Fahrradhelm" scheint die Deutschen jedoch weiter zu bewegen. Eine neuen repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts "Yougov" zufolge, will die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) eine generelle Helmpflicht für Fahrradfahrer. Dabei sind es vor allem diejenigen, die selber kein Rad fahren, die sich positiv diesbezüglich äußern. Fast drei Viertel (72 Prozent), sprechen sich für eine Helmpflicht aus. Von den Radfahrern sind es nur 57 Prozent, die eine Helmpflicht verlangen.

Der Fahrradhelm ist keine Seltenheit mehr

Zwar trägt etwas mehr als die Hälfte der deutschen Radfahrer (54 Prozent) nie einen Helm, dennoch gehört der Kopfschutz nicht nur für eine Minderheit der Radfahrer dazu. 45 Prozent der Radfahrer tragen zumindest selten einen Helm, darunter jeder fünfte (21 Prozent) immer. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Frauen (64 Prozent) zwar häufiger als Männer (58 Prozent) eine Helmpflicht befürworten, aber insgesamt etwas seltener selber einen tragen. So tragen 48 Prozent der Männer mindestens hin und wieder einen Helm, 23 Prozent davon immer, Frauen hingegen tragen nur zu 42 Prozent mindestens gelegentlich einen Helm, davon lediglich 18 Prozent immer.

Das sind die Hauptgründe für den Verzicht auf einen Fahrradhelm

Mit 44 Prozent wichtigster Grund für jene Radfahrer, die nie einen Helm tragen, auf diesen zu verzichten ist dessen unbequemer Sitz. Mehr als ein Drittel der Helmverweigerer (37 Prozent) fühlen sich auch ohne Kopfschutz sicher und 30 Prozent geben an, dass sie wegen Schwitzens auf einen Helm verzichten. Ästhetik (23 Prozent), Frisurbedenken (20 Prozent) und Scham (18 Prozent) spielen hingegen lediglich für jeweils jeden fünften Radfahrer bei der Entscheidung gegen einen Helm eine Rolle.

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