Allein im ersten Halbjahr 2019 : Mehr als 10.000 Besucher bei rechtsextremen Musikveranstaltungen

Die Polizei in Thüringen kontrolliert den Besucher einer rechtsextremen Musikveranstaltung. dpa/Sebastian Haak
Die Polizei in Thüringen kontrolliert den Besucher einer rechtsextremen Musikveranstaltung. dpa/Sebastian Haak

Rechtsextreme Musikveranstaltungen haben im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Menschen angezogen. Das zeigen Antworten der Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

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31. August 2019, 05:24 Uhr

Osnabrück | Demnach fanden von Januar bis Ende Juni 173 Konzerte, Liederabende oder ähnliche Veranstaltungen statt. Diese waren laut Bundesinnenministerium zum Teil öffentlich, zum Teil aber auch konspirativ organisiert. Die Sicherheitsbehörden zählten insgesamt 10749 Besucher.

Das Ministerium listet unter anderem eine Veranstaltung im April im Landkreis Rostock auf. Die Polizei sprach damals von bis zu 90 Personen, die sich im Gemeindehaus Zernin versammelt hatten. Der Auftritt von Szenebands sei durch Polizei und Bürgermeister untersagt worden. Nach Ende der Veranstaltung gegen 1.30 Uhr sei es zu Auseinandersetzungen zwischen teils stark alkoholisierten Besuchern und der Polizei gekommen, zwei Beamte wurden verletzt.

Im thüringischen Themar hatten die Behörden zuletzt ein weitgehendes Alkoholverbot für eine geplante Veranstaltung von Rechtsextremen verhängt. Die Polizei beschlagnahmte etwa 1000 Liter Bier. „So verdirbt man der Szene den Spaß“, lobte Linken-Politikerin Ulla Jelpke die Maßnahme. Sie kritisierte, dass andernorts „Behörden Dienst nach Vorschrift“ machten und Konzerte weitgehend ungehindert stattfinden könnten.

Die Konzerte werden häufig nicht als solche, sondern als Versammlungen angemeldet. Dadurch sind sie für Behörden schwerer zu untersagen. Neben den Musikern treten dann auch Redner auf der Bühne auf.


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