Fall des ermordeten Journalisten : Medienbericht: CIA-Direktorin soll Aufnahme von Khashoggi-Mord kennen

CIA-Direktorin Gina Haspel.
CIA-Direktorin Gina Haspel.

Die türkische Regierung hat Gina Haspel laut Medienberichten die Audioaufnahmen vom Khashoggi-Mord vorgespielt.

von
25. Oktober 2018, 11:26 Uhr

Istanbul | Kennt CIA-Direktorin Gina Haspel die Audioaufnahmen vom Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi? Letzteres berichtete zumindest die "Washington Post" in der Nacht zu Donnerstag unter Berufung auf nicht genannte Quellen. In dem Artikel hieß es, "eine Person, die das Band kennt, sagte, es sei überzeugend und könnte den Druck auf die USA erhöhen, Saudi-Arabien für den Tod von Khashoggi zur Rechenschaft zu ziehen." Haspel war am Dienstag in der Türkei angekommen, nach wachsenden Zweifeln in der US-Regierung an den Unschuldsbekundungen des saudischen Königshauses. Die Türkei hatte die angeblichen Aufnahmen bisher streng geheim gehalten.

Khashoggi soll angeblich bei Schlägerei gestorben sein

Saudi-Arabien hatte erst nach massivem internationalem Druck zugegeben, dass der Regierungskritiker Khashoggi am 2. Oktober im Istanbuler Konsulat getötet worden war, als er dort Papiere für seine Hochzeit abholen wollte. Riad besteht jedoch darauf, dass der Journalist versehentlich bei einer Schlägerei starb. An der saudischen Version gibt es jedoch große Zweifel.

Auch interessant: So stehen deutsche Unternehmen zu Saudi-Arabien

Hat die Türkei das Konsulat ausspioniert?

Wochenlang hatten türkische Regierungsmitarbeiter anonym fast täglich neue Details aus den angeblichen Aufnahmen an türkische und US-Medien weitergegeben. Demnach war Khashoggi von einem 15-köpfigen, eigens für die Tat aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando gefoltert und ermordet worden. Die Bänder selbst machte die türkische Regierung jedoch nicht öffentlich. Es blieb auch unklar, wie sie die Aufnahmen bekommen haben könnte. Regelmäßig taucht die Vermutung auf, dass die Türkei das Konsulat mit Abhörgeräten ausspioniert hat.

Am Vortag hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erneut betont, sein Land werde dafür sorgen, dass der "Mord" nicht verschleiert werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen