Französische Rechtspopulistin : Wegen Gräuelfotos: Marine Le Pen muss zum Psychiater

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Foto: dpa/Charles Platiau
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Foto: dpa/Charles Platiau

2015 hatte Le Pen Bilder von IS-Opfern verbreitet. Ein Gutachten soll nun klären, ob sie damals zurechnungsfähig war.

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21. September 2018, 13:52 Uhr

Paris | Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen muss ein psychiatrisches Gutachten einholen – das hat ihr ein Gericht in Paris angeordnet. Hintergrund ist ihre Verbreitung von Gräuelfotos von IS-Opfern aus dem Jahr 2015.

Expertise "innerhalb kürzester Zeit" gefordert

Am Donnerstag veröffentlichte die 50-Jährige via Twitter ein Gerichtsschreiben, in dem eine Expertise durch eine Psychiaterin "innerhalb kürzester Zeit" angefordert wird. Sie bezeichnete die Forderung als "haarsträubend", man behandle sie wie eine Pädophile oder sexuell Gestörte.

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Laut dem Gutachten solle eingeschätzt werden, ob Le Pen zurechnungsfähig war, als sie die IS-Fotos teilte, ob "der geistige Zustand der Betroffenen die öffentliche Ordnung oder die Sicherheit von Personen bedroht".

Le Pens Immunität vom Parlament aufgehoben

Die Immunität Le Pens wurde vom Parlament bereits aufgehoben. Sie selbst betont, sie habe nach den Anschlägen in Paris mit 130 Toten vom November 2015 den "Horror des IS anprangern" wollen.

Auf den Fotos, die die Politikerin des Rassemblement National (früher Front National) im Dezember 2015 verbreitete, wird unter anderem ein Mann gezeigt, der bei lebendigem Leib in einem Käfig verbrannt wird. In dem laufenden Verfahren drohen ihr deswegen drei Jahre Haft und 75.000 Euro Geldstrafe. In Frankreich stehen für die "Verbreitung von Gewaltbildern" zum Schutz von Minderjährigen harte Strafen.

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