Steinmeier in London : Macron warnt vor Bedrohungen für Frieden – Steinmeier "dankbar für Versöhnung"

Unter anderem nahmen Melania und Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte sowie Wladimir Putin an einer Gedenkveranstaltung am Triumphbogen teil.
Unter anderem nahmen Melania und Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte sowie Wladimir Putin an einer Gedenkveranstaltung am Triumphbogen teil.

Als konkrete Bedrohungen nannte er die Klimaerwärmung, Armut, Hunger und Ungleichheiten.

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11. November 2018, 14:06 Uhr

Paris | Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat beim Pariser Weltkriegsgedenken vor Bedrohungen für den Frieden gewarnt. "Die alten Dämonen steigen wieder auf – bereit, ihr Werk von Chaos und Tod zu vollenden", sagte Macron am Sonntag bei der Feier zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands im Ersten Weltkrieg.

Mehrere Bedrohungen für den Frieden

Macron rief die versammelten Staats- und Regierungschefs eindringlich auf, für Frieden und eine bessere Welt zu kämpfen. Als konkrete Bedrohungen nannte er die Klimaerwärmung, Armut, Hunger und Ungleichheiten. Rückzug auf sich selbst, Gewalt und Beherrschung seien keine Lösung. "Patriotismus ist genau das Gegenteil von Nationalismus", sagte der 40 Jahre alte Staatschef.

Macron blickte auch länger auf den blutigen Konflikt zurück, der von 1914 bis 1918 dauerte und Millionen Todesopfer forderte. "In diesen vier Jahren hat sich Europa fast umgebracht", sagte er mit Blick auf den Ersten Weltkrieg. Manchmal scheint es, als nehme die Geschichte wieder ihren tragischen Verlauf hin zu einer Bedrohung des Friedens, sagte Macron. "Neue Ideologien" würden Religionen beeinflussen.

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Macron bekannte sich ausdrücklich zur deutsch-französischen Freundschaft, zur Europäischen Union und den Vereinten Nationen. An der Feier mit mehr als 60 Staats- und Regierungschefs nahmen auch Kanzlerin Angela Merkel und die Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und Donald Trump, teil.

Steinmeier zu Gast in London: "Historischer Akt der Versöhnung"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat als erstes deutsches Staatsoberhaupt an den traditionellen Gedenkfeiern in Großbritannien zum Ende des Ersten Weltkriegs teilgenommen. Am 100. Jahrestag des 11. November 1918 legte er am Sonntag am Ehrenmal im Zentrum Londons einen Kranz in den Farben Schwarz-Rot-Gold nieder. Die Regierung in London wertete dies als "historischen Akt der Versöhnung".

Steinmeier nahm gemeinsam mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles an der Zeremonie teil. Charles schmückte das Ehrenmal als erster mit einem Kranz im Namen von Königin Elizabeth. Die 92-jährige folgte dem Geschehen von einem nahen Balkon aus. Steinmeiers Frau Elke Büdenbender und Herzogin Meghan, die Frau von Prinz Harry, sahen gemeinsam der Zeremonie zu. Der starke Regen am Morgen hatte rechtzeitig nachgelassen.

Prinz Charles (links), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Prinz Michael nahmen an einem Gedenkgottesdienstes am Kenotaph-Denkmal in Whitehall teil. Foto: dpa/Andrew Matthews/PA Wire
dpa/Andrew Matthews/PA Wire
Prinz Charles (links), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Prinz Michael nahmen an einem Gedenkgottesdienstes am Kenotaph-Denkmal in Whitehall teil. Foto: dpa/Andrew Matthews/PA Wire

An den Kranz des Bundespräsidenten war ein kurzer handschriftlicher Text angehängt, in dem es auf englisch hieß: "Geehrt, hier Seite an Seite zu gedenken, dankbar für Versöhnung, hoffnungsvoll für eine Zukunft in Frieden und Freundschaft. Frank-Walter Steinmeier." Der Bundespräsident trug ebenso wie die britischen Gäste ein künstliche rote Mohnblume am Revers, das traditionelle Symbol des Weltkriegsgedenkens in Großbritannien.

Am Abend wollte der Bundespräsident zusammen mit der Queen an einem Gottesdienst in der Westminster Abbey teilnehmen. Außerdem standen ein Treffen mit Prinz Charles zu einer Tasse Tee in dessen Residenz Clarence House und der Besuch einer Ausstellung im Museum Tate Modern über die Kunst des "Magischen Realismus" während der Weimarer Republik auf dem Programm.


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