Nach Flugzeug-Defekt : Mit zwölf Stunden Verspätung: Merkel endlich in Buenos Aires gelandet

Das Videostandbild zeigt den Kanzler-Airbus 'Konrad Adenauer' auf dem Rollfeld des Flughafens.
Das Videostandbild zeigt den Kanzler-Airbus "Konrad Adenauer" auf dem Rollfeld des Flughafens.

Die Panne am Regierungsflieger geht nach bisherigen Erkenntnissen der Luftwaffe auf einen technischen Defekt zurück.

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30. November 2018, 22:25 Uhr

Bonn/Buenos Aires | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist nach der technischen Panne ihres Regierungsflugzeugs mit rund zwölf Stunden Verspätung zum G20-Gipfel in Buenos Aires eingetroffen.

Sie landete am Freitagabend um 17.52 Uhr (21.52 Uhr MEZ) am internationalen Flughafen in Buenos Aires an Bord eines Linienflugs der spanischen Fluggesellschaft Iberia. Die argentinische Sicherheitsministerin Patricia Bullrich hatte angekündigt, Merkel, den mit ihr reisenden Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und ihre Entourage zügig durch den Sicherheitsbereich zu bringen.

"Wir werden einen Spezialeinsatz durchführen, damit sie schneller hier ankommen kann", sagte Bullrich. Da der erste Gipfeltag zum Feiertag erklärt worden ist und viele Straßen gesperrt sind, sollte Merkel in hohem Tempo in das rund 40 Kilometer vom Flughafen entfernte Zentrum von Buenos Aires gebracht werden. "Das wird heute sehr schnell gehen", sagte Bullrich. Im berühmten Teatro Colón standen am Abend eine künstlerische Reise durch Argentiniens Kultur und Geschichte und ein Dinner der G20-Staats- und Regierungschefs an.

Nach dem schwerwiegenden Defekt an ihrer Regierungsmaschine war Merkel am Freitag mit Verspätung zum G20-Gipfel aufgebrochen. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, flog Merkel am frühen Morgen zunächst mit einer anderen Maschine der Flugbereitschaft der Luftwaffe von Köln/Bonn nach Madrid. Von dort startete sie gegen 9 Uhr an Bord einer Linienmaschine der Fluggesellschaft Iberia nach Buenos Aires.

An Bord des Linienflugs IB 6849 waren die Kanzlerin und ihr Team die Attraktion für die anderen Flugpassagiere.

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Nach dem Defekt an der Regierungsmaschine "Konrad Adenauer" war Merkel am späten Donnerstagabend auf dem Weg zum G20-Gipfel umgekehrt und vermutlich nur dank des Könnens des Flugkapitäns unbeschadet in Köln gelandet. Die in Berlin gestartete Maschine des Typs A340-300 hatte nach etwa einer Stunde Flugzeit über den Niederlanden umkehren müssen. "Es war eine ernsthafte Störung", sagte Merkel nach dem Zwischenfall und der Landung in Köln/Bonn.

"Kein Hinweis auf einen kriminellen Hintergrund"

Die Panne geht nach bisherigen Erkenntnissen der Luftwaffe nicht auf Sabotage, sondern einen technischen Defekt zurück. "Es gibt überhaupt keinen Hinweis auf einen kriminellen Hintergrund", sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Man gehe von einem Fehler in einer elektronischen Verteilerbox aus, die sowohl die Funkanlage als auch das System zum Ablassen des Kerosins steuere. Das System zur Satellitenkommunikation hänge dagegen an einer anderen Verteilerbox. Wegen der Lage sei entschieden worden, nicht nach Berlin zurückzukehren, sondern auf dem Flughafen Köln/Bonn zu landen.

Das Ersatzflugzeug der für die Regierungsflüge zuständigen Flugbereitschaft der Luftwaffe habe am späten Donnerstagabend für den Flug nach Buenos Aires nicht genutzt werden können, weil dafür keine weitere Besatzung verfügbar gewesen sei. Es habe für diese Entscheidung keine technischen Gründe gegeben.

Treffen zwischen Merkel und Trump am zweiten Gipfeltag

Statt Gipfelgespräche in Buenos Aires zu führen, musste Merkel erst einmal in Bonn übernachten. Sie wird nun nur noch von einer kleinen Delegation begleitet, darunter Vizekanzler Olaf Scholz, Regierungssprecher Steffen Seibert und der außenpolitische Berater Jan Hecker.

Weiterlesen: G20 in Buenos Aires: Angst vor einem zweiten Hamburg

Die Organisation des Linienflugs von Madrid aus gestaltete sich kompliziert, zusammen mit Entourage und Personenschützern musste Platz für mehr als ein Dutzend Personen an Bord besorgt werden. Für Freitag geplante bilaterale Treffen am Rande des Gipfels, etwa mit US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, kommen wegen der verspäteten Anreise Merkels zunächst nicht zustande.

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Ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump und Merkel soll nun am Samstag stattfinden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus US-Regierungskreisen erfuhr, soll die etwa halbstündige Unterredung am Samstag in Buenos Aires gegen 13.30 Uhr (Ortszeit – 17.30 Uhr MEZ) zum Ende des Gipfels stattfinden.

Vom Handelskonflikt bis zu den neuen russisch-ukrainischen Spannungen gibt es viel zu besprechen. Merkel will zuvor auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Sie verpasst wegen der Panne und des Umstiegs auf eine Linienmaschine fast den gesamten ersten Gipfeltag – am Samstag endet der Gipfel schon wieder.

Vor Ort vertreten wurde Merkel von ihrem Gipfel-Sherpa Lars-Hendrik Röller und Finanz-Staatssekretär Wolfgang Schmidt. Wegen des Defekts verpasste Merkel auch das traditionelle G20-"Familienfoto" sowie wichtige Beratungen der Staats- und Regierungschefs.

Mehrere Pannen bei Flugzeugen der Bundesregierung

Flugzeuge der Bundesregierung bereiten immer wieder Probleme. Erst Mitte Oktober gab es eine Panne mit der "Konrad Adenauer". Nagetiere hatten die Maschine in Indonesien lahmgelegt und Scholz zur Rückreise per Linienflug von der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gezwungen. Mäuse oder Ratten waren in den geparkten Airbus gelangt und hatten wichtige Kabel angeknabbert.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war Mitte November in Südafrika mit der "Konrad Adenauer" unterwegs. Dabei kam es zu einer stundenlangen Verspätung, weil eines der Triebwerke nur mit Hilfe eines externen Geräts gestartet werden konnte.

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