Umweltpolitik gegen Diesel-Abgase : NO2-Belastung nimmt in vielen Städten ab – Luft trotzdem zu schmutzig

Bislang wurden nur Stationen mit automatischer Messtechnik ausgewertet.
Bislang wurden nur Stationen mit automatischer Messtechnik ausgewertet.

Insgesamt sanken die Messwerte für gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid. Doch mehrere Städte rissen den Grenzwert.

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11. Februar 2020, 13:11 Uhr

Die Belastung der Stadtluft durch Diesel-Abgase geht weiter zurück. Einer Auswertung des Umweltbundesamts (UBA) zufolge wurde der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) im vergangenen Jahr noch an einer von fünf verkehrsnahen Messstationen überschritten – im Vorjahr war der Anteil noch mehr als doppelt so hoch. "Die Luftqualität in 2019 hat sich verbessert", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

Allerdings wird der zulässige Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft weiterhin in mindestens 19 deutschen Städten gerissen. Eine Auswahl:

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Bisher wurden fast nur automatisch messende Stationen berücksichtigt. Wenn im Mai Daten weiterer Stationen vorliegen, könnte die Zahl auf 25 bis 30 Städte steigen, sagte UBA-Chef Dirk Messner am Dienstag. 2018 war der Jahresmittelwert noch in 57 deutschen Städten zu hoch.

65 Prozent des NO2-Gehalts in der Luft kam von Dieselautos, 16 Prozent von Transportern, 12 Prozent von Lkw, 4 Prozent von Bussen und 3 Prozent von Benzinerautos.

Diverse Gründe für bessere Luft – auch Feinstaub unter Kontrolle

Gründe für den Rückgang sind den UBA-Experten zufolge unter anderem Tempolimits, Fahrverbote oder umweltfreundlichere Busse, aber auch Updates der Software für die Abgasreinigung, der Austausch älterer Autos durch neuere und das Wetter. Beim Feinstaub gab es 2019 erstmals keine Überschreitungen des derzeit geltenden Grenzwertes.

Die NO2-Belastung ist der Grund, warum es etwa in Stuttgart, Hamburg und Berlin auf bestimmten Strecken Fahrverbote für ältere Dieselautos gibt. Diese sind laut UBA in Städten die Hauptursache für zu viel gesundheitsschädliches NO2. Auch mit Umtausch- und Umrüstprogrammen versuchen Bundesregierung und Autoindustrie, den NO2-Ausstoß zu senken.

Weiterlesen: E-Auto-Alternativen: Warum Öko-Treibstoffe in Deutschland keine Chance haben

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