Kritik an Riexinger : "Reiche erschießen": Empörung nach verbaler Entgleisung auf Konferenz der Linken

Weil er nicht energisch genug eine Diskussionsteilnehmerin zurechtwies, muss Linken-Chef Bernd Riexinger Kritik einstecken.
Weil er nicht energisch genug eine Diskussionsteilnehmerin zurechtwies, muss Linken-Chef Bernd Riexinger Kritik einstecken.

Die verbale Entgleisung einer Teilnehmerin fliegt Vorsitzendem Bernd Riexinger nun um die Ohren.

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03. März 2020, 17:51 Uhr

Berlin | Ein Diskussionsbeitrag auf dem Strategietreffen der Linken zum künftigen Kurs der Partei am vergangenen Wochenende in Kassel sorgt für politische Kontroversen. CSU-Generalsekretär Markus Blume forderte deswegen am Dienstag den Rücktritt von Linke-Chef Bernd Riexinger. Riexinger müsse sich erklären und die Konsequenzen ziehen. "Der Rücktritt vom Parteivorsitz ist unausweichlich", schrieb Blume bei Twitter.

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Teilnehmerin spricht darüber, wenn Reiche "erschossen" wären

Hintergrund ist ein Videoausschnitt von dem Treffen, der im Netz verbreitet wurde: Bei einer Diskussionsrunde äußert sich darin eine Teilnehmerin mit den Worten "Energiewende ist auch nötig nach 'ner Revolution. Und auch wenn wir das ein(e) Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen...naja, ist so, wir müssen mal von dieser Meta-Ebene runterkommen".

Im Hintergrund ist ein Raunen zu hören, vereinzelt gibt es Beifall, aber auch Kopfschütteln. Parteichef Riexinger, der auf dem Podium sitzt, greift nach dem Redebeitrag zum Mikrofon und sagt scherzhaft: "Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein".

Die umstrittene Passage startete im Video eigentlich bei Minute 44:25. Offenbar wurde der Mitschnitt allerdings von den Linken im Nachgang beschnitten. Die umstrittene Passage fehlt plötzlich.

Riexinger: Kommentar war erkennbar ironisch gemeint

Riexinger distanzierte sich am Dienstag bei Twitter davon und schrieb: "Der Kommentar der Genossin war unakzeptabel, wenn auch erkennbar ironisch. Meine Reaktion darauf hätte sehr viel unmissverständlicher sein müssen". Später fügte er hinzu: "Auch wenn der Kommentar einer Teilnehmerin auf der Strategiekonferenz nun völlig aus dem Kontext gerissen wird, er war und ist inakzeptabel. Ich bedauere, dass ich ihn nicht sofort unmissverständlich zurückgewiesen habe."

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Ramelow verurteilt Aussage als "inakzeptabel"

Der Linken-Politiker Bodo Ramelow, der sich am Mittwoch im Landtag von Thüringen zur Wiederwahl für das Amt des Ministerpräsidenten stellen will, kritisierte den Vorgang scharf. "Wer Menschen erschießen will und von einer Revolution mit oder durch Gewalt schwadroniert hat mit meinem Wertekanon nichts gemein. So eine Aussage auf einer Konferenz meiner Partei ist inakzeptabel und hätte nie lächelnd übergangen werden dürfen!". Auch unwidersprochene Ironie mit der Aussage, man wolle "das eine Prozent" erschießen, sei für ihn nicht akzeptabel.

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