Wettbewerb um CDU-Vorsitz : Kramp-Karrenbauer will sich bei Niederlage von Parteiämtern trennen

Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Pressekonferenz zu ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz der CDU.
Annegret Kramp-Karrenbauer bei der Pressekonferenz zu ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz der CDU.

Scheitert sie an der Abstimmung um den Parteivorsitz, will sie ihre Parteiposten räumen – das sei aber keine Erpressung.

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18. November 2018, 10:19 Uhr

Berlin | Die Kandidatin für den CDU-Vorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, lädt die Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel zu einem Dialog über die künftige Flüchtlingspolitik ein. Sie wolle "im nächsten Jahr diese Fragen unter Einbeziehung der Fachpolitiker – auch der Kritiker – in der Partei erörtern, dabei aber vor allem Vorschläge für die Zukunft erarbeiten", kündigte die CDU-Generalsekretärin im Interview des Nachrichtenportals n-tv.de an. "Denn wir müssen die Frage beantworten, was wir tun müssen."

CDU soll Diskussion über Herbst 2015 beenden

Allerdings brauche die CDU keine Diskussion, was im Herbst 2015 richtig oder falsch gemacht worden sei. "Wenn wir bei dieser rückwärtsgewandten Diskussion bleiben, wird es uns wie der SPD mit Hartz IV gehen", warnte Kramp-Karrenbauer. Die SPD streitet seit der Einführung von Hartz IV 2005 bis heute darüber, ob die Reformen richtig waren oder geschadet haben; die Parteiführung verabschiedet sich derzeit gerade davon.

Kramp-Karrenbauer konkurriert mit Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember um die Nachfolge von CDU-Chefin Merkel. Auf acht Regionalkonferenzen präsentieren sich die Kandidaten, die erste Konferenz fand am Donnerstag in Lübeck statt.

Nur noch Ehrenämter bei Niederlage

Im SWR-"Interview der Woche" erklärte die frühere saarländische Ministerpräsidentin, sollte sie die Wahl nicht gewinnen, werde sie alle Parteiämter niederlegen und nur noch ehrenamtlich tätig sein. Das sei keine Erpressung vor der Wahl, sondern es sei ein Gebot der Fairness, auch "demjenigen, der dann in dieses Amt gewählt wird, die komplette Freiheit zu lassen, sein Team aufzustellen", sagte sie. "Und wenn ich sozusagen in dem Amt als Generalsekretärin bleibe, ist das immer auch eine Belastung, weil sich an der einen oder anderen Stelle vielleicht dann doch immer wieder Fragen nach Loyalitäten stellen."

"AKK" hat mehrere Parteiämter inne: Sie ist CDU-Generalsekretärin und daneben auch Mitglied im CDU-Landesvorstand des Saarlands sowie im Bundesvorstand der Frauen-Union. Seit 2010 sitzt sie überdies im CDU-Bundespräsidium sowie im Bundesvorstand der CDU Deutschland.

Zur Kritik, sie gleiche politisch Jens Spahn, sagte Kramp-Karrenbauer dem SWR, da alle drei Bewerber aus der Mitte der Partei kämen, teilten sie das gleiche Wertefundament. Lediglich Nuancen unterschieden die drei. Die Saarländerin kündigte überdies an, als Parteichefin stärker Frauen beteiligen zu wollen. "Das entscheidet massiv darüber, ob wir auch in Zukunft Wahlen gewinnen können, ob wir eine breite Volkspartei sind."

Bis Mitte November stellen sich die Kandidaten bei mehreren CDU-Regionalkonferenzen vor. Beim Parteitag im Dezember wählen die Delegierten dann einen neuen Parteivorsitzenden.

Weiterlesen: Wahlkämpfer Spahn grenzt sich von Merz und Kramp-Karrenbauer ab

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