Streit um Landwirtschaft der Zukunft : Kommentar zur Agrardebatte: Man möchte derzeit kein Bauer sein

Die Landwirtschaft ist Dauerstreitthema. Foto: Michael Gründel
Die Landwirtschaft ist Dauerstreitthema. Foto: Michael Gründel

Landwirtschaft ist ein Dauerstreitthema. Wie sollen Tiere gehalten, wie der Acker bestellt werden? Es gibt viele Forderungen. Was fehlt sind Lösungen. Ein Kommentar.

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21. August 2019, 03:33 Uhr

Osnabrück | Die Debatte um die Landwirtschaft steht sinnbildlich für den Zustand von Politik und Gesellschaft. Hypernervös eilt die Öffentlichkeit von Thema zu Thema, kaum in der Lage, sich auf die Problemlösung zu fokussieren, stattdessen immer kurz vorm Nervenzusammenbruch. Hinter jeder Ecke könnte der nächste Aufschrei, der nächste Skandal lauern. Ein politstrategisch dämliches Video der Agrarministerin mit einem Nestlé-Manager beispielsweise. Oder die Forderung nach einer Fleischsteuer, über die dann solange gestritten wird, dass am Ende niemand mehr weiß, worum es eigentlich ging: nämlich bessere Tierhaltung zu bezahlen.

Ja, es ist ein Trauerspiel und man möchte in diesem gesellschaftlichen Klima derzeit kein Bauer sein. Die Landwirtschaft, das Land sind Sehnsuchtsort und Sündenbock zu gleich. Der Berufsstand wird mit allerhand mal mehr, mal weniger berechtigten Forderungen konfrontiert. Natürlich muss er sich mit denen auseinandersetzen. Und natürlich hat die Gesellschaft ein Anrecht darauf zu bestimmen, wie und wofür beispielsweise die milliardenschweren EU-Agrargelder ausgegeben werden.

Aber wie lange soll denn noch gestritten werden? Es ist Zeit für Antworten. Zuvorderst natürlich von der Politik, deren ureigene Aufgabe es wäre, Anspruch der Wähler und Wirklichkeit auf den Bauernhöfen in Form eines Kompromisses in Einklang zu bringen. Aber, und da sind wir wieder am Anfang, man verliert sich lieber im Kleinklein, zerstreitet sich über ein politisches Prestigeobjekt wie das Tierwohllabel, das immerhin ein erster Schritt wäre. Aber schon der wird verstolpert. Ein Trauerspiel eben.

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